Now we are One.

Aus aktuellem Anlass gibt es mal wieder einen Eintrag in diesem kläglich vernachlässigten Gelegenheits-Blog…

Drei Tage re:publica in Berlin. So richtig vorne mit dabei bin ich ja bei solchen Sachen nie – ich kenn die coolen Szenetypen nicht, geh auf keine Party und auch Club Mate mag ich nur in vorsichtigen Dosierungen. Dennoch genieße ich die Atmosphäre, den Aufbruchsgeist und das Gefühl, Teil von etwas sehr Wichtigem zu sein. Wie wichtig, wird man womöglich in 20, 30 Jahren erst wirklich wissen.

Das Internet ist jetzt nicht mehr klein, im Sinne von neu. Es ist zwar auch noch nicht fertig, aber man kann jetzt langsam erkennen, welche Persönlichkeit es wohl mal haben wird. Man fängt an, das Internet immer weniger als Medium zu empfinden, und immer mehr als lebendigen Organismus. Der re-publica Eröffnungsvortrag in diesem Jahres kam von Eben Moglen und war gleich eins meiner persönlichen Highlights – ich liebe diese apokalyptischen „ein neues Zeitalter ist angebrochen“-Reden, die das Gehirn unweigerlich mit einem dramatischen Soundtrack untermalen möchte. Moglen sagte – sinngemäß – das Internet bilde in Zukunft ein neurologisches System der Menschheit, in dem jeder Teilnehmer ein Neuron sei und übertragende Eigenschaften habe. Ein zweites Highlight, der Vortrag von Felix Schwenzel alias @diplix, griff diesen Gedanken ebenfalls auf, hier mit dem Resümee: Das Internet macht nix. Menschen machen. Wir machen. Wir tun die gleichen Dinge wie vorher, aber mit dem Internet als Brandbeschleuniger gewinnen alle diese alten Mechanismen so viel mehr Schlagkraft, dass sie plötzlich neu erscheinen. Sind sie aber nicht.

Diese Statements korrelieren wunderbar mit dem absolut Klügsten, was ich jemals übers Internet gehört habe. Und das kam von keinem Internet-Vordenker, keinem Blogger-Guru und keinem sonstigen Spezialisten. Sondern von einer Freundin von mir. Nennen wir sie der Einfachheit halber mal Anna. Anna ist nicht wahnsinnig internetaffin, sie schreibt Emails, tüddelt ein bißchen mit facebook rum und hat auch mal ihren Hausbau mit einer kleinen Website begleitet. Aber ansonsten ist sie eher so spirituell-esoterisch unterwegs. Vor einem Jahr sagte sie am Telefon aber mal was zu mir, was mehr noch als alles andere bei mir den Schalter zum Verständnis der Veränderungen, die das Internet uns bringen wird, umgelegt hat. Sie sagte – jetzt kommt’s – das Internet sei „die technische Manifestation der Tatsache, dass wir sowieso alle miteinander verknüpft sind“.

Bäm. Eat this.

Der Gedanke, dass wir alle auf einer sehr tiefen oder sehr hohen Ebene miteinander verknüpft und somit Teil eines größeren Ganzen sind, ist so alt wie die Menschheit. Er taucht in so ziemlich allen Religionen auf und trägt dann Namen wie z. B. Gott. Aber auch in philosophischem, also weltlicherem Gedankengut – bei Heraklit, Aristoteles und vielen nach ihnen – taucht der Begriff „das Eine“ auf. Ebenso in der Psychologie. Dort bekam er dann Namen wie „kollektives Unbewusstes“ (C. G. Jung). In der Neuzeit wird er vor allem von sämtlichen spirituellen Lehrern vertreten, vom Dalai Lama über Neale Donald Walsch bis Eckart Tolle. Aber nicht nur das – auch die moderne Wissenschaft beschäftigt sich damit. Wenn ich nicht irre, ist das Element der Kommunikation zwischen Allem-was-ist eine der Eigenschaften, die man dem Quantenfeld zuschreibt. Albert Einstein arbeitete bis zu seinem Tod an einer so genannten Einheitlichen Feldtheorie. Welche Lehre da jetzt „Recht“ hat, wer auch immer da die richtigen Vokabeln angewendet hat – wir wissen es nicht. Resümieren kann man wohl nur, dass die Menschheit sich schon immer aus verschiedenen Blickwinkeln mit einem alles verbindenden Element beschäftigt hat.

Und alle Beweisversuche mal dahin gestellt muss man zugeben, dass die Annahme, es gäbe eine kollektive, wenn auch meist unbewusste Kommunikationsebene, die einzig logische Erklärung für die meisten Phänomene der Weltgeschichte ist. Und wenn man das mal weiterspinnt und – analog zu Anna’s Erklärung – erkennt, dass das Internet tatsächlich eine Manifestation dieser unbewussten Kommunikationsebene sein kann, dann wird einem auch klar, wie absolut historisch und wichtig die Zeit ist, in der wir gerade leben. Das kollektive Unbewusste hat jetzt seine Entsprechung im Internet – das kollektive Bewusste. Und wenn wir in zig hunderttausend Jahren Evolution ohne bis hierher gekommen sind, dann sind wir jetzt an einem wichtigen Wendepunkt, ab dem die Kurve noch mal steil nach oben gehen kann. Und logischerweise rede ich da nicht über Technik, sondern wieder über das, was Menschen mit Technik machen.

Man traut sich ja kaum vorzustellen, was ab jetzt alles möglich ist. Dies ist eine gute Zeit, um am Leben zu sein.

Nett gemeint, aber #fail

War das schön, als die coolen Kids bei Twitter noch unter sich waren. Mittlerweile hat ja jede Imbissbude ihren eigenen Account und die großen Konzerne natürlich sowieso – gern mehrere.

Die Telekom unterhält z. B. einen Account unter @telekom_hilft. Und eben dieser spürte mich auf, nachdem ich wutentbrannt am letzten Donnerstag diese beiden Tweets abgeschickt hatte (den unteren zuerst):

Mittels der Suchfunktion, die anscheinend bedient werden kann (und es wird später noch klar werden, warum das bemerkenswert ist!) wurden die Tweets rausgefiltert und ich bekam einen durchaus netten, humorvollen Kommentar, auf den ich zwar immer noch frustriert, aber auch nicht humorfrei antworten konnte.

Dann wurde es allerdings kompliziert – denn der Account wird von verschiedenen Telekom-Mitarbeitern betreut und anscheinend machen die sich selten die Mühe, und sei es nur mittels der Suchfunktion (aha!), sich den Verlauf von Diskussionen mit Kunden anzuschauen.

Mir wurde nämlich dann am nächsten Tag noch mal mitgeteilt, dass es keine Premierentickets für Geschäftskunden gäbe. Aber das hatte ich ja nun schon im Laden erfahren und getwittert. Dann schlug der Mitarbeiter mir allen Ernstes vor, ich solle mir doch einen zweiten Vertrag zulegen. Wie bidde?? Die iphone5-Geilheit von Leuten ausnutzen, um ihnen zweite, nutzlose Verträge anzudrehen? Ich glaube nicht.

Das war wirklich frech, entsprechend fiel dann auch meine Antwort aus:


Am nächsten Tag teilte mir dann der mittlerweile dritte Mitarbeiter mit, dass es für Geschäftskunden leider keine Premierentickets gäbe.

Ach sooooo.

Als ich daraufhin das Twitter-Angebot der Telekom öffentlich als planlos brandmarkte, teilte mir ein vierter Mitarbeiter bedauernd mit, dass es leider keine Premierentickets für Geschäftskunden gäbe und wünschte mir ein schönes Wochenende.

Resümee: Wenn man schon Twitter in seine Unternehmenskommunikation oder gar in den Kundendienst einbaut, sollte man das auch richtig machen. Es gibt kaum was Einfacheres, als sich mittels Tools oder der simplen Suchfunktion den Verlauf einer Diskussion anzukucken, damit der ohnehin schon wutentbrannte Kunde nicht mehrmals dieselbe Antwort bekommt. Das nervt. Der Anreiz zum zweiten Vertrag war wirklich frech und ist bei Twitter besonders gefährlich, wenn man nicht den Platz hat, diese Aufforderung in einen anständigen Kontext zu setzen. Allerdings hätte ich wahrscheinlich auch bei einem Anruf oder Besuch im T-Punkt denjenigen Mitarbeiter durchs Telefon respektive über den Tresen gezogen.

Also, wenn man’s macht, sollte man das bitte auch richtig machen. So schwer ist das nicht. Im Zweifelsfalle sollte einfach jeder Mitarbeiter seinen eigenen Account bekommen.

Und darüber, dass Geschäftskunden keine Premierentickets für „ein Smartphone der neuesten Generation“ bekommen, und zwar mit der Begründung, für sie seien sowieso genügend zurückgelegt, lass ich mich ein anderes Mal aus. Nämlich dann oder falls ich, wie beim letzten Mal, trotz dieser angeblichen Bevorzugung wochenlang auf das neue iPhone warten muss.

Barcamp Kiel 2011

Mit ganz großen Schritten eilet ein Ereignis herbei, auf das ich mich schon seit letztem Jahr freue: Das diesjährige Kieler Barcamp! Zwischenzeitlich ergab es sich nun, dass mein Bruder das gleiche Wochenende für seine Hochzeit wählte und ich mich deshalb etwas zerreissen muss. Ich werde also hauptsächlich am Freitag diesem Ereignis beiwohnen, freue mich aber deshalb umso mehr! Wer jetzt spontan Lust kriegt, teilzunehmen, hat leider Pech – ausgebucht, die Party! Müsst Ihr nächstes Jahr schneller sein! Aber die meisten von Euch seh ich da ja, nech?

http://www.barcampkiel.de/

Liebe, Stückzahl: 1, Artikelnr. 16839-3865

Dieses Thema hat sich mir eine Weile im Kopf rumgedreht, weil ich mit einer Freundin im Urlaub länger drüber gesprochen habe….

Es ging darum, wie manche Menschen an menschliche Verbindungen rangehen. Besser: Beziehungen. Zwar ist das Wort allein schon irgendwie negativ belastet, der Einfachheit halber bleibe ich jetzt aber mal dabei.

Nun knüpfen wir ja Beziehungen aller Art – Liebesbeziehungen, Freundschaften, Bekanntschaften, ja selbst Feinschaften sind ja irgendwie eine Beziehung. Eine Verknüpfung mit einem anderen Menschen halt. Jeder Mensch, mit dem ich mich verknüpfe, hat etwas für mich im Gepäck: Eine Lektion, eine Erfahrung, eine veränderte Sichtweise, manchmal auch nur einen kleinen Funken, der irgendetwas in meinem Leben entzündet, nachdem der Mensch schon längst wieder vorbeigezogen ist.

Wir meinten aber in diesem Fall tatsächlich Liebesbeziehungen. Wir stellten fest: Es gibt Menschen, die gehen da mit dem gleichen Pragmatismus ran, mit dem Leute wie ich ein Möbelstück erwerben.

Zunächst wird da mal ein Beziehungssuchraster angelegt – die nächste Beziehung soll dieses und jenes Bedürfnis erfüllen, soundsoviel Investition erfordern und bitte auch nicht mehr, Festigkeitsgrad X haben und innerhalb einer Skala von 1 bis 10 ins eigene Leben eingreifen. Im Extremfalle gibt es ein übergeordnetes Ziel, das nur mit Hilfe eines Partners erreicht werden kann – z. B. das Haus-Kind-MiniVan-Package. Dann gehen diese Leute los und casten dazu die halbwegs passende Person. Das Internet bietet dazu ja vielfältige Möglichkeiten – man kann sich die passenden Kandidaten ebenso nach Alter, Aussehen, Bildungsgrad, Interessen und sogar Charakteranlagen rastern lassen. Wie praktisch. Jetzt muss man nur noch losgehen, jede Menge Dates haben und kucken, wer einen am wenigsten nervt.

Und dann wundern diese Leute sich, wenn es schon nach kurzer Zeit langweilig ist, weil einfach der Funke fehlt. Oder wenn es irgendwann mit Karacho auseinanderkracht. Oder wenn die Luft raus ist, so bald das übergeordnete Ziel erreicht ist, das Haus gebaut, das Kind geboren und der MiniVan in der Einfahrt steht.

Wie blöd auch. Ich bin kein Psychologe aber ich glaube zu wissen, dass das alles keine Gründe sind, warum wir überhaupt Beziehungen eingehen. Wir verknüpfen uns mit anderen Menschen, um in der Reflektion etwas über uns selbst zu erfahren und zu wachsen. Wenn eine Beziehung zum Selbstzweck wird, wenn sie aus rein rationalen Überlegungen heraus künstlich geschaffen wird, dann läuft schon irgendwas falsch. Vielleicht gibt es tatsächlich Leute, die oberflächlich genug sind, dass diese Herangehensweise für sie funktioniert. Aber in den meisten Fällen ist so was vergleichbar mit dem Verzehr von Reiswaffeln – es füllt den Magen, aber es nährt oder befriedigt mich nicht. Da fehlt doch was.

Ich finde, es geht so: Erstmal begegne ich Menschen. Dann kuck ich, welches Gefühl sie in mir auslösen. Manchmal geht es schnell, manchmal dauert es etwas. Auf dieser Basis kann ich dann entscheiden, welche Art von Verbindung es werden soll – Freundschaft, Feindschaft, Liebe. Und wenn letzteres, dann nimmt die sowieso einen Eigencharakter an und kann nicht vorher geplant werden. Und das ist auch genau richtig so – inwiefern bereichert denn ein Mensch mein Leben, den ich im Internet danach ausgewählt habe, dass er dieselben Interessen hat wie ich? Dass wir dann in einem gemeinsamen Hausstand alle Bücher und DVDs doppelt haben?

Also, nicht vergessen: Jeder Mensch, dem Du begegnest, hat etwas für Dich im Gepäck. So wie Du für ihn. Das muss nicht immer lustig oder harmonisch sein, manchmal ist es auch schwierig, tut weh oder kostet allen Mut, den wir aufbringen können. Aber ich wünsche jedem mal den klaren Moment, in dem er erkennt, dass nur das ihn langfristig nach vorne bringt. Ohne Reibung, ohne Widerstand gibt es keine Vorwärtsbewegung.

Und, noch so eine Erkenntnis: Was zu Dir gehört, findet auch zu Dir. Das ist so ein Gesetz des Universums. Da muss man sich gar nicht so verkrampfen, nur die Augen offen halten und im richtigen Moment reagieren.

Hier, kuck, oder so:

Gefunden bei http://weheartit.com/entry/10754122