Schwarzer Tag

Oktober 15, 2009

Was muss ich da lesen bei Twitter?

aha_tweetHier der Link zur Meldung

Den Großteil meines Lebens begleitet mich diese Band schon…Morten Harket war meine zweite große Liebe (nach Captain Future). Ja gut, irgendwann musste dieser Tag kommen. Trotzdem…

…ich leg mich Sterben…


Bunt, bunt, bunt

August 31, 2009

Joa mei… ich weiß gar nicht, ob ich weinen oder lachen soll über die Ergebnisse der Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und dem Saarland.

Lachen ist angebrachter, denk ich. Auf jeden Fall wird deutlich, dass sich das politische Farbspektrum zu ändern scheint – zwar nicht irgendwo hin wo es irgendjemand haben wollte, aber immerhin, es ändert sich.

Ich hab die Ergebnisse gestern Abend auf dem Laufband im Fitnessstudio verfolgt und wurde ein paar mal schräg angekuckt, weil ich anscheinend laut losgelacht habe. Am lustigsten war das Interview des ARD-Mannes mit dem NPD-Typen aus Sachsen. Der Interviewer hat dem Interviewee mehrfach mitten im Satz das Mikro weggerissen um ihn zu korrigieren. Leider hab ich davon keinen youtube-Clip gefunden, aber eine Stelle hab ich noch im Ohr – die ging in etwa so:

NPD-Typ: „Wir konnten aufzeigen dass es erneut gelungen ist, eine stabile nationalistische Basis in Sachsen – „

ARD-Mann: „…die sich halbiert hat…“

NPD-Typ: „…die…stabil geblieben ist-“

ARD-Mann: „…deren eine Hälfte stabil geblieben ist, ja..“

NPD-Typ: „öhm. Wir konnte aufzeigen dass es erneut gelungen ist…“ (blablablubb)

Das war wirklich komisch…

Aber gut, was erwartet uns nun? Ich erwarte jetzt einen heißen Wahlkampf und ein ähnlich buntes Farbspektrum nach der Bundestagswahl, das mit wenig Zweifel wieder in dieser elendigen großen Koalition enden wird. Mit der ollen Merkel als Kanzlerin, wer zweifelt daran eigentlich?

Ich hoffe nur dringenst, dass sie der SPD entweder das Gesundheitsministerium wegnehmen oder Frank-Walle wenigstens die Ulla austauscht. Sonst kann ich mich einsargen lassen, ernsthaft. Das stehen meine Nerven keine weiteren vier Jahre durch.

Dann lieber Schafhirtin in Norwegen.


Ordnung muss sein

August 24, 2009

Mal wieder ein Paradebeispiel deutscher Bürokratie und der damit zusammenhängenden Verschwendung unserer sauer verdienten und schmerzhaft aus uns rausgequetschen Steuergelder. 

Vorgeschichte: In meiner neuen Firma bin ich geschäftsführende Gesellschafterin, allerdings mit einer Minderheitsbeteiligung. Die Feststellung der Sozialversicherungspflicht bei GmbH-Geschäftsführern ist eine tricksige Angelegenheit – mit ein paar Formulierungsfeinheiten im Arbeitsvertrag gelingt es dieser Berufsgruppe auch manchmal, sich aus der Sozialversicherungspflicht rauszuwinden, das hat mit teils frei auslegbaren Kleinigkeiten in Sachen Mitbestimmungsrecht und Geschäftsanteil zu tun. Und je nachdem wirst du halt als selbständig eingestuft oder auch nicht (in einfach erklärt). 

Dieses Rauswinden habe ich von vornherein unterlassen, da mir die Sozialversicherungspflicht durchaus entgegen kommt – ich war ja nun ein paar Monate Privatpatient und weiß, dass es in unseren Zeiten eigentlich gehupft wie gesprungen ist, ob du nun GKV- oder Privatpatient bist, wenn du – wie ich – ohnehin nie krank bist und die Hälfte deines Bekanntenkreises aus Ärzten besteht. Die Rente, ja mein Gott, die ist nicht sicher, aber ebenso wenig sicher sind die drei Privatrenten, in die ich außerdem noch einzahle, das hat ja die Finanzkrise bewiesen. Und wenn das Leben doch mal anders verläuft als geplant, so kriegt man als Sozialsklave halt Behinderten- oder Frührente, Elterngeld und all diese Späsken, die für Selbständige nur schwer oder gar nicht zu bekommen sind. So hat’s mir zumindest meine Steuerberaterin erklärt. 

Als also der entsprechende Fragebogen mit jeder Menge Fallen und Fangfragen von der Deutschen Rentenversicherung kam, habe ich diesen wahrheitsgemäß ausgefüllt und mich nach eigener Einschätzung als sozialversicherungspflichtig eingestuft. Außerdem hab ich vom ersten Tag meiner Festanstellung an bereits Sozialversicherungsbeiträge in nicht unwesentlicher Höhe abgeführt. Mir egal, Steuern tun viel mehr weh und um die komm ich ja eh nicht rum. 

Dieses korrekte Bürgerverhalten hindert jedoch die Deutsche Rentenversicherung nicht daran, mir heute mitzuteilen dass nach § 7a ff. des Vierten Buches des Sozialgesetzbuches SBG IV TROTZDEM  ein Statusfeststellungsverfahren eingeleitet wird und ich bitte sofort Gesellschaftervertrag, Geschäftsführervertrag, Handelsregisterauszug und diverse andere Sachen noch nachzureichen habe. 

Ich werde also die nächste Stunde am Kopierer verbringen und diesen Bürohengsten meine sensiblen Unterlagen zukommen lassen, damit sie mir bestätigen können, was ich ihnen ohnehin schon mitgeteilt habe. Ordnung muss sein. Immerhin sind wir hier in Deutschland.


Ich packe meinen Koffer

April 5, 2009

Den entspannten Sonntagmorgen habe ich heute mal genutzt, um endlich meinen Morrissey-Kurztrip im Mai buchungsmässig einzutüten.

Nachdem ich schon seit Wochen immer wieder die Websites aller möglichen Airlines gecheckt und tausend Varianten im Kopf durchgespielt habe, bin ich jetzt trotzdem bei der ungeliebtesten, aber leider einzig machbaren Möglichkeit geblieben: Ich fliege mit Ryanair, oder Schweine-Air, wie ich sie gerne nenne.

Die locken einen mit Angeboten wie „NUR 10 EURO PRO FLUG; JETZT BUCHEN!!!!!!!!“ von der Homepage zum Buchungsformular, wo man dann feststellt, dass man letzten Endes doch 50 Euro für Hin- und Rückflug bezahlt. Soweit so gut, das ist für mich noch nicht der Aufreger. Des Pudels Kern liegt für mich in den 30 Euro, die man fürs Handling des Gepäcks drauflegt sowie in den 10 Euro für die Kreditkartenbuchung, die so geschickt im Kleingedruckten versteckt werden, dass sie einem erst mit der Buchungsbestätigung auffallen. Ich dachte, so was sei mittlerweile verboten?!?

Bei einer normalen Airline würde man sich ja über einen Flugpreis von unter 100 Euro für die Strecke nach London wie Bolle freuen. Das Problem ist aber, dass man ja bei der Schweine-Air immer noch wie Vieh abgefertigt wird, sich mit englischen Social Housing-Opfern um einen Fensterplatz kloppen, das rotzige Personal ertragen und im Zweifelsfalle mehrstündige Verspätungen in Kauf nehmen muss.

Um wenigstens davon das Schlimmste abzufedern, hab ich noch 6 Euro für bevorzugte Behandlung draufgelegt und rechne nun damit, zwar immer noch wie ein Viech behandelt zu werden, aber zumindest wie ein dickes, fettes und besonders köstliches Viech.  Grrrrr.

Ich lande also am 20. Mai um etwa 9.30 Uhr (wahrscheinlich wird’s wieder eher 12.30) in Stansted. Dort hole ich zunächst den Mietwagen bei Alamo ab, die den von Schweine-Air verursachten Wutstau wieder etwas gutmachen: Als Nutznießer eines Presseausweises bekomme ich dort 30 % Rabatt und zahle nun für 5 Tage gemieteten Kleinwagen noch mal knapp 100 Euro – das nenn ich mal Preis-Leistungs-Verhältnis!* Auf die Idee mit dem Mietwagen verfiel ich, nachdem ich mal hochgerechnet habe, was mich die Zugfahrten nach Haywards Heath und schließlich nach Manchester und zurück gekostet hätten – die British Rail ist ähnlich teuer wie die Deutsche Bahn, im Gegenzug aber so unzumutbar wie Schweine-Air. Für jemanden mit echten Reiseplänen also keine Option.

Ich fahre dann an dem Tag, einem Mittwoch, zunächst mal nach Sussex zu meinem Bruder und seiner Familie. Dort übernachte ich und fahre dann am Donnerstag nach Manchester, mit Zwischenstop auf halber Strecke, um in Rugby meine ehemalige Londoner Mitbewohnerin zu treffen. In Manchester angekommen dann Mozzy-Konzerte kucken am Freitag und Samstag (zwischendurch neu einkleiden auf der Market Street *gg*), am Sonntag gegen Abend  zurück nach Stansted. Um ein paar Stunden Schlaf zu kriegen, werde ich mir wohl noch ein B&B für eine Nacht mieten – ich muss nämlich am Montag Morgen um ca. 5.00 Uhr einchecken… das war aber leider die einzige Möglichkeit, um Montag wieder arbeiten zu können und nicht fünf Gazillionen Euro für einen Rückflug am Sonntag zahlen zu müssen.

Am Montag ab 10.00 werde ich also (hoffentlich) wohl behalten an meinem Schreibtisch sitzen.  Im Vergleich zu Morrissey-Reisen in meinen besten Zeiten ist das der reinste Luxus-Trip, also mach ich mir keine Sorgen.

Elsbesen und Frank-Man sind auch dabei, sowie natürlich die ortsansässige Svenja und ein Haus voll kunterbuntem Besuch aus ganz Europa. Wie immer eigentlich.

Freu mich. :-)

*Eine Aussage, mit der ich dann meiner Schuldigkeit auch Genüge getan hätte – die geben ja schließlich nicht umsonst Journalistenrabatte…


Satz mit X

Februar 10, 2009

Na? Das war wohl nix. Scheissschneearschblödmann.

Ich hatte heute einen echt wichtigen Termin in Hamburg. Als ich losfuhr, fand ich den Schnee noch lustig. Bis ca. 1 Kilometer hinter der Autobahnauffahrt. Da stellte ich nämlich fest, dass ich trotz 60 km/h auf gerader Strecke nicht schlingerfrei fahren konnte. Selbst Schuld, ich weiß. Ich hab letztens bei der Inspektion schon Mecker gekriegt wegen der Sommerreifen. Aber der Winter war doch schon quasi vorbei, Mann!

Bis Neumünster hab ich mich gequält, total verkrampft und panisch hinterm Steuer klebend, mit Visionen von mir selbst als Matschepampe an einem Autobahnbrückenpfeiler. Da nützen auch 5 Sterne im Euro Crash-Test wenig. Dann fiel mir ein, dass meine Versicherung mir selbst einen kleineren Schaden wahrscheinlich nicht mal bezahlen würde wegen der fehlenden Winterreifen. Mein Termin (Grafiker) überzeugte mich dann letztendlich, dass ich vielleicht gerade noch heil nach Hamburg rutschen würde, aber bestimmt nicht wieder raus, denn da sei es noch schlimmer. Also, kehrtum. Sonne Scheisse. Jetzt weiß ich wieder, warum ich Schnee jahrelang nicht haben mochte.

Und wisst ihr was? Das Beste soll noch kommen! Das Tief „Quinten“, das gerade Frankreich lahmlegt, ist unterwegs zu uns. Trotz der frappierenden Ähnlichkeit mit meinem Nachnamen möchte ich versichern, dass weder ich noch jemand anders aus meiner Familie etwas mit diesem Tief zu tun hat. Das wär ja auch noch schöner.


Geldverbrennung leicht gemacht

Januar 20, 2009

In Zeiten steigender Energiepreise muss man schon mal kreativ werden, wenn man sich trotzdem halbwegs in der Zivilisation zurechtfinden will. Ich hab da jetzt eine tolle, neue Methode entdeckt – Geld verbrennen! Ehrlich!

Man nehme da zum Beispiel einen geplanten Wohnungskauf, der mittendrin auf unbestimmte Zeit vertagt wird und einen trotzdem 500 Euro Notargebühren kostet. Das war wirklich einfach. Einen Teil meines Weihnachts- und Urlaubsbudgets habe ich damit im Dezember  schon mal gut untergebracht.

Aber jetzt wird’s noch besser: Im Sommer 2006 – ja, dem Sommermärchen-Sommer – beglückte mich, damals noch in Hamburg-Eimsbüttel wohnhaft, ein vor Freude taumelnder Fussballfan aus überschäumender Seligkeit über das erste gewonnene Deutschland-Spiel heraus mit einem langen Kratzer im Autolack. Schöööön einmal mit dem Schlüssel die ganze Seite lang.

Ich bin jetzt drei Jahre verschämt damit herumgefahren, immer in der Hoffnung, ein Pechvogel möge mir doch in die Seite donnern. Aber Unfälle passieren ja nie, wenn man sie braucht.

Da sich der Leasingvertrag dem Ende und somit der Wagen seiner Rückgabe nähert, habe ich dann heute doch mal eine Lackiererei zwecks Kostenvoranschlag aufgesucht – und, was soll ich sagen?? 700 Euro! Komplett in Rauch! Super, oder??

Ich weiß nicht, wer mir dieses Geschenk gemacht hat, aber ich hoffe inständigst, dass das auf sich geladene Karma dazu führt, dass ihm die Eier abfaulen.

Mal sehen, was mir als nächstes einfällt. Ich könnte mir mal wieder das Handy klauen oder meinen Rechner fallen lassen. Auf jeden Fall halte ich euch auf dem Laufenden, ihr sollt hier ja was lernen.


So was kann nur mir passieren

Januar 7, 2009

Das sagt man ja gerne mal lapidar in den Raum.

Aber es gibt Dinge, die passieren tatsächlich nur mir. Zum Beispiel, eine Million Mal im Vorbeigehen im Flur auf den Lichtschalter zu klicken um festzustellen, dass die Birne kaputt ist – um dann wenig später mit einem voll mit Tomate-Mozzarella beladenen Teller im Dunkeln über die unausgepackte Sporttasche zu stolpern und das kostbare Balsamico-Dressing über die gesamte Hängegarderobe zu verteilen. Jetzt hab ich unschöne braune Spritzer auf allen Schuhen, Jacken und Mänteln. Und essen konnte man das Zeug auch nicht mehr.

Ich bin und bleibe nun mal die unangefochtene Queen of nee-das-geht-schon-noch-mach-ich-morgen.

Aber das war das einzig wirklich Doofe, was mir bisher in 2009 passiert ist. Das ist mal ein ganz guter Schnitt dafür, dass heute schon der 7. ist.  So kann das bleiben.

Und ihr so? Was passiert denn nur euch?


Just another Finanzkrisen-Blogeintrag

Oktober 17, 2008

Soso…die Länder haben also schon mal das Banken-Rettungspaket durchgewunken. Und es wird vorerst keine Steuererhöhungen geben.

Ist eigentlich jemand so naiv, das zu glauben? Wobei, streng genommen ist das natürlich nicht gelogen, denn ein Jahr vor einer Bundestagswahl erhöht niemand mehr in großem Rahmen die Steuern.

Ich habe gestern den aktuellen Focus in die Hand bekommen, was ihr übrigens vor Montag auch tun solltet. Dort ist diese ganze Finanzkrise, Ursachen, Zukunftsaussicht etc. und die Frage, was mach ich mit meinen zurück gelegten drei Kröten, mal schön für Doofe aufgedröselt.

Auch zwei traurige, aber nicht minder realistische Vorschläge zur Finanzierung des Rettungspakets hat der Focus: Anhebung der Mehrwertsteuer auf 25 % oder aber, und das find ich besonders lustig, Anhebung der Einkommenssteuer UM 20 %.

Na, geht doch… dann bleiben einem nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben, erhöhtem Krankenkassenbeitrag etc. doch noch mindestens 30 % vom Gehalt. Das ist doch besser als nix.

Aber wenn ich mir vorstelle, dass tatsächlich ich und du und Joe the Plumber zur Kasse gebeten werden für Dinge, die von weiterhin koksenden, Porsche fahrenden Wall Street-Schnöseln verursacht wurden, dann KRIEG ICH PLAQUE ABER SO WAS VON!!! AAAAAAHHHHHRRRRGGGGG!!!

Und natürlich wird es so kommen, wer bitte soll das sonst bezahlen? Und statt Volksaufständen, blutigen Straßenschlachten und Anarchie, was die einzig angemessene Antwort wäre, werden sich das 6 Milliarden Lemminge auch schön unter nur ganz wenig Murren gefallen lassen.

Ich hab vor ein paar Jahren mal eine sehr interessante Abhandlung eines holländischen Journalisten gelesen, der sehr gut und nachvollziehbar erklären konnte, wie und warum die Welt ein besserer Ort wäre, wenn wir Dienst- und Sachleistungen statt bedrucktem Papier als Währung hätten. Er hat das anhand eines Beispieldorfes hochgezogen, wo Bürger A dem Bürger B den Rasen mäht und dafür Anspruch auf eine Tüte Kartoffeln aus dessen Garten hat. Er hat das dann aber auch übertragen können auf ein weltweit funktionierendes Wirtschaftssystem und am Ende des Essays musste man zugeben – mein Gott, klingt zwar erst mal utopisch und auch schwierig umsetzbar, aber der Mann hat Recht: Das könnte klappen!**

Dieser Journalist, wer auch immer er war, muss seit 2 Monaten einen Dauerlachanfall erleiden, denn er hat es alles kommen sehen…

Der Tanz ums virtuelle goldene Kalb, um Geld, das nicht mal mehr nur bedrucktes Papier ist,sondern wirklich nur noch Zahlen ohne tatsächlichen Gegenwert, wird die Welt den Kopf kosten. Mittlerweile glaub ich da fest dran.

Fragt man sich doch, ob der Kommunismus nicht doch langfristig das gesündere Lebensmodell ist… Ja gut nee, das mein ich jetzt nicht ernst. Dieses liberale back-to-nature-Modell des holländischen Journalisten wär mir da lieber. Aber man wählt natürlich den einfachsten Weg. Und wo bitte ist dann das Ende der Schleife?

Anstatt jetzt ganze Völker auf weitere 200 Jahre zu verschulden und den Weg für eine regelmäßige Wiederholung dieses Dramas freizumachen, wäre doch der einzig richtige Weg, die Wurzel des Übels auszureißen, oder? Ich meine… wie kann es sein, dass wir in einem Finanzsystem leben, indem es mal eben möglich ist, dass Gazillionen von Kapital nicht etwa von einer Seite auf die andere wandern, neeeein, sondern mal eben komplett im Nirvana verschwinden?? Und warum? Na, weil diesem Kapital von vornherein überhaupt kein konkreter Gegenwert gegenüberstand! Es war immer Nichts und wird schließlich, wenn es denn weg ist, dann endlich zu einem konkreten Nichts.

Ich beantrage somit die Gründung einer weltweiten, militanten Regulierungsbehörde, die dafür sorgt, dass Dingen, Dienstleistungen, Unternehmen etc. , na eben so allem, dem Universum und dem ganzen Rest, nur noch konkrete Preisschilder ohne Spekulationsraum verliehen werden. Dass also der Wert eines Hauses nicht mehr anhand der außer Kontrolle geratenen Zinsspirale bemessen wird, sondern anhand der verwendeten Rohstoffe nebst Arbeitsleistung nebst meinetwegen noch Bonus für gute Lage und guten Zustand.

Weil, eigentlich isses ja ganz einfach. Und alles andere is doch scheisse.

**Ich krieg’s leider nicht mehr zusammen, ist Jahre her…aber wie ich mich kenne, ist das Büchlein noch in irgendeiner Kiste. Ich werd mal versuchen, es rauszukramen und euch dieses wirlich erstaunlich menschen- und lebensfreundliche Wirtschaftsmodell verständlich aufzudröseln.

Abenteuer Shopping – oder: Wie geht noch mal qype, ich hätt da was…

Oktober 15, 2008

Schon wieder geshoppt, böse Mizzie, böse, böse Mizzie…

Dabei fing’s ganz harmlos an: Ich hab mir letztens überlegt, dass ich gerne in Zukunft wieder öfter mit dem Rad zur Arbeit fahren würde. Nächste größere Anschaffung soll also ein niegelnagelneues, schönes Mountain-Bike werden (im Zusammenhang damit hab ich übrigens ein altes, schönes Scott Mountain-Bike in gute Hände abzugeben!). Dann fiel mir ein, nee blöd, wo ich doch jetzt jeden Tag das Laptop hin- und herschleppe wegen Blog und so. Is ein tolles Laptop, aber fürs über die Schulter hängen beim Fahrradfahren eindeutig zu schwer. Hm, was tun?

Da fiel mir dieses kleine Netbook ein, dass ich letzte Woche bei meinen Kieler pl0gbar-Homies neidvollen Auges erblickt habe. So ne kleine Möhre kann man ja quasi in der Hosentasche transportieren. Und da ich ja beruflich doch hier und da mal unterwegs bin, morgen z. B. in München, könnte ich aufm Rückweg nach Hause immer gleich Text oder whatever in die Tasten hauen. Also genau das, wozu diese Dinger erfunden wurden. Was mir das an Zeit sparen würde!

Shopping-Entscheidungen treffe ich ja gerne beherzt, deshalb wurde also…hm…ich glaub Montag der Entschluss gefasst, so ein Ding einzusacken. Das hab ich dann – wie so ziemlich alles – getwittert. Und da sagt Thommy doch glatt: Ja kuck doch mal dieses und jenes, das ist noch besser als das und das. Ich so „oh cool, das gibt’s ja bestimmt gleich unten vor der Tür“. Gleich neben meinem Büro ist nämlich der Shop eines magentafarbenen Telefonanbieterriesen. Kurz gegoogelt – stimmt, alle sagen die Möhre is super. Da kauf ich die doch!

Jacke an, Treppe runter, ums Eck in den Shop. Dort dann gesehen, dass ich das Teil entweder für 499,- kaufen könnte, oder aber es für 1,- hinterhergeworfen kriege, wenn ich einen zweijährigen UMTS-Flatrate-Vertrag für 40,- im Monat unterschreibe. „UMTS…mein Gott…das heißt Internet egal wo ich geh und steh?“ Ich glaub, ich hab die Englein singen hören in dem Moment…

Ein kurzer Anruf beim Steuerberater ergab das erhoffte Ergebnis – die Kosten für so einen Vertrag kann ich als laufende Betriebskosten abziehen, wunderbar. Und als ich da so freudestrahlend auf die junge Verkäuferin zumarschiere und ihr all mein Geld geben will – also, 1 Euro – da schlägt doch glatt wieder das schlechte Beratungskarma zu, das ich manchmal habe…erstmal kannte sie lustigerweise das Angebot nicht, obwohl es groß auf einem Schild direkt vor ihrer Nase prangte. Der Kollege stand gähnenderweise daneben und teilte mir mit, dass man das Netbook eh erst bestellen müsse, man hätte keins da. Ich bräuchte aber heute eines, sagte ich darauf, ob man nicht in anderen Filialen mal nachfragen könne. Erst wurden die Augen verdreht, dann wurde sich langsam vom Stuhl erhoben, dann kurz liebloses Geraschel im Hinterstübchen, so 5 Sekunden lang – dann kommen die wieder raus, und lügen mir kackfrech ins Gesicht „nee, die Kollegen ham auch keins mehr, geht wirklich weg wie nix! Aber wir könn’ gern zu morgen…“

Hab die nicht mal ausreden lassen. ‘Ihr könnt mich gern mal gernhaben’ hab ich gedacht und bin mit dem finstersten nur möglichen Gesicht ohne Verabschiedung, stattdessen mit einer verächtlichen Handbewegung, raus.

Also ehrlich…ich erwarte ja nicht, dass man mir Schampus reicht, wenn ich in einen Laden komme. Aber wenn ich offensichtlich und ohne große Überredungskünste verkäuferseits Geld loswerden will, darf ich doch zumindest hoffen, dass man sein Möglichstes unternimmt, um dieses Selbstgängergeschäft möglich zu machen, oder?

F#*$$ng Servicewüste Deutschland.

Oben im Büro angekommen, hängte ich mich gleich ans Telefon, denn mittlerweile war ich richtig heiß auf das Teil. Drei andere Filialen in zwei Minuten angerufen, dann noch die Helpline des Mutterschiffs. Wie gesagt, schlechtes Beratungskarma: Ich geriet, wenn überhaupt, immer an Leute, die entweder keine Ahnung hatten oder keiner mir bekannten Sprache mächtig waren…wirklich, es war wie verflixt. Dann schließlich ein Treffer – in einer kleinen Filiale in der Kieler Quer-Passage sollte es noch eins geben!

Ich so: „Super, nicht weg geben, bin gleich da!“

Jacke an, Treppe runter, Holstenstraße runter getrabt, freudestrahlend und verschwitzt angekommen…

Damit der Helmi mir eröffnet, er hätte zwar ein Netbook, aber keinen dazu gehörigen Stick und er könne das nur im Bundle verkaufen. Mein Blutdruck, der zu diesem Zeitpunkt ja schon bös hatte leiden müssen, ging nun diesmal endgültig hoch! Und ich fauch ihn an, ob ihm das nicht verdammt noch mal vor 10 Minuten klar war, als wir telefoniert haben und BEVOR ich durch die halbe Innenstadt gerannt bin!!

„Nö“, die knappe und lapidare Antwort. Und da könne er nichts machen, das Kassensystem lasse nicht zu, dass ich den Stick hinterher bestelle.

Ich so (immer noch griesgrämig, aber auch schon leicht resigniert): „Und wann bitte kriegt ihr die rein?“

Er so: „Stündlich…müsste jeden Augenblick einer kommen“

Ich so (tief durchatmend): „Sssssag das doch – dann nehm ich eins und ihr ruft mich an, so bald das hier eintrudelt. Bitte.“

Klar doch, gerne, schreib ma auf usw…. plötzlich ging’s.

Zunehmend fröhlicher verließ ich den magentafarbenen Laden und vernahm sirenengleiche Gesänge aus dem Modegeschäft nebenan. Modegeschäfte haben auf mich zur Zeit eine fatale Wirkung, ihr wisst, es ist Herbst und alles erstrahlt in schwarz und grau. Es zog mich hinein wie den Kahn zum Loreleifelsen. Da war nix zu machen. Ich hab noch kurz überschlagen, was mein Konto angesichts des Berlin-Wochenendtrips noch hergibt, doch das war eigentlich auch schon egal…

Aber das schlechte Beratungskarma ging weiter… dabei frag ich schon kaum jemals was und probier bekanntermaßen auch nix an. Trotzdem wurde ich mehrfach in falsche Abteilungen, treppauf, treppab geschickt. Ich erspar euch die ganze traurige Geschichte. Is auch langweilig.

Trotzdem hab ich mal wieder in einer halben Stunde ein paar komplette Outfits rausgeschleppt – aus Zeitmangel hier nicht am Körper dargestellt, sondern in guter alter Ebay-Manier auf dem Fußboden:

Ganz schick, oder?

Tja, an dieser Stelle hätte ich euch auch gern das neue Familienmitglied für 1 Euro vorgestellt. Aber diese Geschichte hat noch kein Happy-End.

Der hkrmpfprba vom Magentashop hat es sich nämlich anders überlegt, ach nee, kommt doch nicht stündlich und heute schon mal gar nicht mehr. Aaaaber wennse übermorgen…. „DU KANNST MICH ÜBERMORGEN DU ARSCHLOCH!!!!!“

Nein, hab ich nicht gesagt, da bin ich wirklich zu wohlerzogen für. Und zu feige. Stattdessen hab ich noch heute Abend vier (VIIIIEEEER!!!) weitere Shops angerufen, bzw. sogar aufgesucht. Nix, überall weg, die Möhre. Waaaahhhhh!

Also musste ich mich von dem Traum verabschieden, schon morgen mal eben so vom Flughafenbus oder vom Flughafen aus zu twittern. Oder was weiß ich. Mobile Office halt, die MÖGLICHKEITEN!! Aber nein. Wo ich kaum was auf der Welt so sehr hasse wie auf Dinge warten zu müssen, die ich UNBEDINGT haben will.

Das Ergebnis dieser stressigen Tortur war eine wie mit Beton ausgegossene Schulter-Nacken-Partie am heutigen Abend, die ersma jemand in Form kneten musste. Das ist mittlerweile chronisch, wo das bloß noch hinführen soll…aber gut, wenn die Arbeit weiterhin so reinrauscht, kann ich mir demnächst nen Privatmasseur leisten. Oder nen Vollzeit-Haushälter. Der massieren kann. Und kochen. Und so.

Über den Ausgang der Möhren-Geschichte halte ich euch auf dem Laufenden. Jetzt geh ich schlafen, ich muss um 4.00 (um VIIIIEEEER!!!!) hoch. Gnarf.


Ich glaub’s nicht

August 11, 2008

Was einem heutzutage alles als Buch verkauft wird…?!

Ich habe letzte Woche bei einem großen, internationalen Online-Buchversand zwei – so dachte ich – Bücher zwecks beruflicher Fortbildung erworben. Das eine handelt von Praxismarketing für niedergelassene Ärzte, das zweite speziell von Praxiswebsites.

Was ich da bekommen habe für meine fast 30 Euro, ist eine Frechheit. Besonders das Ding zum Praxismarketing: Das entpuppt sich doch als geheftete Seminararbeit mit 20 Seiten, kaum mehr als ein Pixie-Buch! Und das erste Drittel ist nur Inhaltsverzeichnis? JA WAS??

Zum Glück musste ich das ja nicht von meinem Taschengeld bezahlen weil für’n Job… sonst hätte man mich echt mal toben sehen. Das war aus der Artikelbeschreibung wirklich nicht ersichtlich.

Das einzig Gute daran: Ich hab gesehen, wie viel ich selber schon weiß… weil das Ding hätte ich selbst in einer halben Stunde runterschreiben können.

Aber was lernen die Blagen heutzutage eigentlich an der Uni/FH??

P.S. Müsste ich mir Sorgen darüber machen, dass „Wut“ nach nur 5 Tagen das am häufigsten getaggte Wort in meinem Blog ist??