Mizzie goes to dear old blighty pt 2

August 1, 2009

Jaja, ich weiß….endlich! Eigentlich war der Film schon vor meiner Abreise nach Norwegen fertig, deswegen wundert euch bitte nicht über den Abbinder, in dem ich erzähle dass ich jetzt in den Urlaub fahre. Aber er war zu klein gerechnet und deshalb konnte ich die Aktion nicht nochmal starten vor meiner Abreise…

Anyway…dieser Teil mag nicht für jeden spannend sein – dafür ist er ein besonderes Schmankerl für alle Indie- und besonders Morrissey-Fans. Wir machen eine kleine Sightseeing Tour durch Manchester, die Heimatstadt des Indie Pop, wir besuchen den berühmten Salford Lads Club, Morrissey’s alte Hood, machen einen Ausflug auf die Saddleworth Moors und zu guter Letzt gibt es das obligatorische Besäufnis.

Ich bin jetzt mitten im Umzug (auch davon gibt es natürlich irgendwann einen Film). Es wird aber trotzdem nicht ganz so lange dauern, bis der Norwegen Film kommt. Schätze, übernächste Woche.

Nu erstmal viel Spaß mit dem Abstecher nach En-ger-land.


Strangeways, here we come

Mai 25, 2009

Wow…zum ersten Mal an diesem Tag Ruhe. Zum ersten Mal seit Tagen Ruhe.

Die Reise war mal wieder all it was cracked up to be… eine schöne Zeit mit Freunden gehabt, Zeug geshoppt, Eindrücke genossen, ganz viel gelacht…und zwei wunderbare Morrissey Konzerte gesehen. Ich bin immer wieder dankbar dafür, dass der Alte uns dieses Refugium schafft – Tage auf Morrissey Tour sind Tage außerhalb von Raum und Zeit, irgendwie… Auf Morrissey Tour zählt nur das, was sich innerhalb dieses kleinen Kosmos abspielt. Alles andere bleibt draußen. Ich kenne Leute, die sich in dieser Welt so verfangen, dass sie in der wirklichen Welt nicht mehr klarkommen. Das würde ich nicht wollen…aber immer mal so ein paar Tage abtauchen gibt Kraft für den Rest.

Also…schön, dass wir Morrissey haben. Ich würd’s ihm ja gern mal sagen, aber welche Worte könnte ich schon finden die er nicht schon eine Million Mal gehört hat? Ich glaub er weiß schon, was er seinen Kindern bedeutet. Am Freitag Abend – seiner Geburtstags Show – hat er an einer Stelle, als der Wahnsinn in der Mosh Pit seinen Höhepunkt erreichte und das wild brausende Meer aus Armen, Schweiss und glänzenden Augen vor ihm wogte, weit die Arme geöffnet und mit einem, wie Elsbe berichtete, wahrhaft entzückten Gesichtsausdruck „my children!“ gerufen. Wunderbarer Moment. Er kann genau so wenig ohne uns wie wir ohne ihn. Irgendwann wird er aufhören, aber daran mag ich noch gar nicht denken. Es ist einfach zu schön, sich ab und zu noch mal wie 16 fühlen zu dürfen.

Was war noch? Unsere Freundin Svenja, die uns ein paar Tage Heimstatt bot (immerhin 8 Leute insgesamt), hat vier Katzen. Was die für einen Lärm machen können! Bevorzugt natürlich nachts und begünstigt durch die erhöhte Materiallebendigkeit englischer Bausubstanz. Trotzdem süß…eine davon hat immer bei mir unter der Decke geschlafen wie eine pelzige Wärmflasche. Und der Entschluss steht nun fest: In der neuen Wohnung gibt’s zwei Katzen. Also bei Mizzie demnächst qualifizierten Katzen-Content.

Die überschäumende Schönheit englischer Landschaften im Frühling macht mich immer wieder sprachlos. Und davon hab ich ja nun genug gesehen innerhalb der 700 Kilometer, die ich abgerissen habe. Ob nun das Dschungelgrün und die sanften Hügel von Sussex oder die rauhe, kantige Schönheit des Nordens… zu schön. Vielleicht überleg ich mir das doch noch mal mit Südfrankreich und opte lieber für eine kleine Cottage in der Nähe des Meeres in Südengland. Für später, wenn ich mit Bücher schreiben anfange. Inspiration ist in jedem Winkel dieser Landschaft.

Natürlich hab ich auch diesmal wieder Filmmaterial eingefangen, allerdings diesmal eher spärlich. Ich werde trotzdem versuchen, was nettes, kleines zusammenzuschneiden. Vielleicht über Pfingsten. Dafür gibt’s dann zusätzlich auch bald den Autostadt-Film, am Donnerstag hol ich nämlich das Spaßmobil ab.

Also, stay tuned. Dann seht ihr’s, den Mayhem eines Morrissey Konzertes und die entzückende Schönheit von England.


Take me back to dear old Blighty

Mai 19, 2009

Erich is fröhlich und auch ein bißchen aufgerecht…
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Er war zwar noch nie mit auf einer Morrissey-Abenteuerreise, aber ich hab ihm alles darüber erzählt und auch Fotos von 2004 gezeigt, als sein Cousin Erich (der von Corinna) mit war, um mit uns Morrissey’s 45sten zu feiern. Nun wird der gute Mann schon 50 und wir sind dabei. Onkel Frank, Tante Elsbesen, Cousin Erich und wir alle besuchen Tante Svenja. Außerdem kommen die bekloppten Spanier und noch irgendwelche anderen Leute aus ganz Europa. Runder Geburtstag vom alten Mozzy, das lässt sich doch keiner entgehen.

Und so ist der Reiseverlauf:

  • Tag 1: Morgen um 6.00 seeeechs Uhr sammeln wir meine Mama/Oma in Raisdorf auf und heizen nach Lübeck. Da ich – being Mizzie – den Abholzettel für die Konzerttickets im Büro vergessen habe, müssen wir noch mal in Bad Segeberg halten. Das liegt aber zum Glück eh aufm Weg. Um 7.15 sind wir mit N1, also Erich’s Großcousine, verabredet. Dann fliegen wir mit Schweine-Air nach Standsted, holen bei Alamo das Auto ab und besuchen meinen Bruder, Onkel Stevie, und seinen vielköpfigen Anhang. Zwischendurch unbedingt Mittagsschlaf. Abends dann Wein trinken und Geschichten erzählen.
  • Tag2: Jetzt sind Erich und ich erstmal auf uns gestellt. Wir fahren mit dem Auto gen Manchester, halten aber zwischendurch noch mal in Rugby und besuchen meine Freundin Susy, mit der ich in London zusammen gewohnt hab. Fast 10 Jahre nicht gesehen, große Freude! Dann geht’s weiter nach Manchester, da treffen wir Tante Besen und Erich und gehen erstmal shoppen, was das Konto hergibt und was in die Tasche passt (klingt wie ein Witz? ich wünschte, es wäre so…). Abends dann feierliches Wiedersehen der ganzen Bande zu Hause bei Svenja. Wein trinken (oder Bier) und Geschichten erzählen.
  • Tag 3: Keine Ahnung, was wir tagsüber machen…erfahrungsgemäß kuckt man früh erstmal, was so an der Halle los ist. Wahrscheinlich stehen die ersten schon seit ein paar Tagen da. Wir checken die Lage, freunden uns mit den hartnäckigsten Frühanstehern an um dann gemütlich in die Stadt abzuzwitschern und es lustig zu machen. Abends kehren wir dann zu unseren neuen Freunden zurück und lassen uns von ihnen nach ganz vorne an den Bühnenrand schieben. Da feiern wir dann mit Morrissey Geburtstag und versuchen hinterher, uns in bewährter Manier auf die dazugehörige Party zu schleichen. Alternativ Wein (oder Bier) trinken und Geschichten erzählen.
  • Tag 4: Siehe Tag 3, allerdings ohne die Geburtstagsparty.
  • Tag 5: Wir schlafen ganz lange. Dann genau so lange frühstücken und noch ein wenig die nette Gesellschaft genießen. Dann verabschieden wir uns schweren Herzens, und fahren mit Tante Besen und Erich erstmal nach Shropshire. Dort besuche ich die Familie, bei der ich vor 273 Jahren während eines Schüleraustausches das erste Mal längere Zeit in England verbracht habe. Die hab ich fast 20 Jahre nicht gesehen, whoa! Facebook sei Dank… Tante Besen und die Erich’s lad ich so lange am Pub ab. Danach fahren wir weiter, immer gen Südosten, Richtung Essex. Da treffen wir wieder meine Ma und N1 und übernachten in einem B&B.
  • Tag 6: Wir nehmen um 6.00 seeeeeechs Uhr den Flieger nach Lübeck. Von da aus direkt an den Schreibtisch. Mit Spättermin von 20.00 bis 22.00 Uhr noch am selben Abend. Puh.

Aber nützt ja nix… Bestimmt sind wir so bis zum Hals voll mit Rest-Adrenalin und schönen Erlebnissen, dass es uns überhaupt nix ausmacht.

Hab die Video-Cam dabei, is klar, nech? Mal kucken, ob ich so viel mitnehmen kann wie in Norwegen, immerhin ist England um einiges dichter besiedelt und womöglich ist es mir eher mal peinlich, wie ein Psycho mit meiner Kamera zu sprechen. Kucken wir dann.

Tüss ersma und vermisst uns!


Viva la vida

Mai 18, 2009

Mein Song des Jahres 2008 mal ganz anders – süß, oder?

Ja gut, ein paar von denen haben eindeutig zu viel MTV und Castingshows gekuckt…trotzdem, so schön gemacht. Wen das kalt lässt, der ist doch schon tot.

Bei der Gelegenheit hab ich mir mal die Tabs von „Viva la vida“ angekuckt und festgestellt dass es – wie alle wirklich großen Songs – auf einer babyeierleichten, sich ständig wiederholenden 4-Akkorde-Struktur beruht, nur an einer Stelle mal unterbrochen von einem h-moll. Ergo – das kann ich auch! und ab sofort wird der Titel in einer dieser sehr ähnelnden Version in mein Standardrepertoire aufgenommen.

Nur noch 2 Tage bis Abflug, woohooo! Und nur noch 4 Tage bis das alte, faltige Ding auf der Bühne steht und mit uns – seinen Liebsten – seinen 50sten feiert! Was schenk ich bloß?!?

Schön, wenn man trotz aller Verpflichtungen und dem Gewicht der Welt auf den Schultern ab und zu noch mal die Flügel strecken kann…


Das einundzwanzigste Türchen

Dezember 21, 2008

Ich hab durch Zufall gerade einen lustigen kleinen Clip gefunden, der sich dazu noch mit einem last minute-Geschenktipp verbinden lässt: Vielleicht entsinnt ihr euch noch, dass ich in den frühen Tagen dieses Blogs mal auf Jimmy Kimmel und dieses lustige Ding mit seiner Freundin Sarah Silverman und Matt Damon verwiesen habe.

Vor drei Tagen bekam Jimmy in seiner Sendung scheinz ungeplant Besuch von Jim Carey, der Promo für seinen neuen Film „The Yes-Man“. Da ja der Besuch „überraschend“ kam, war selbstverständlich kein Clip für den Film vorbereitet – allerdings hatte Jim Jimmy eine Email mit einem Clip auf sein iPhone geschickt, der dann natürlich auch in der Sendung abgespielt wurde…sehr süß, aber kuckt selbst:

Direktlink

Nun zum Geschenktipp: Der Film „The Yes-Man“ beruht auf dem gleichnamigen Buch eines meiner Lieblingsautoren, Danny Wallace. Das Buch ist so todkomisch, dass ich mich irgendwann entschloss, es nicht mehr in der Öffentlichkeit zu lesen weil ich regelmäßig Kicherflashs bekam.

Danny Wallace ist in UK ein großes Ding und hat es mittlerweile in alle Medien geschafft – er hat eine TV-Sendung, eine Radiosendung bei der BBC, veröffentlicht Bücher und Kolumnen in Zeitungen. Seine Masche sind Lebensexperimente, die er dann irgendwie medial festhält. „The Yes-Man“ handelt davon, was Danny passierte als er eines Tages beschloss, nur noch Ja zu allem zu sagen…schreiend komisch, wirklich. Wenn der zu Beschenkende anständig Englisch spricht, dann schenkt es unbedingt in Englisch, denn in der Übersetzung geht bestimmt viel verloren…und bei amazon ist die englische Version noch lieferbar bis zum 23., kuckt selbst.

Also, todsicheres Geschenk für Leute, die diesen putzigen Englischen Humor mögen.

Und wenn ihr mir nicht glaub, dann glaubt ihr vielleicht Danny selbst:

Direktlink

Der Film kommt bei uns übrigens nächstes Jahr raus, da bin ich schon ziemlich gespannt…


Geschüttelt, nicht gerührt…

November 5, 2008

So denn, Obama is Präsident, jetzt kümmern wir uns wieder um die wichtigen Dinge. James Bond zum Beispiel.

Bevor ich zum gerade gesehenen Film mit dem unsäglichen deutschen Titel „Ein Quantum Trost“ komme, sei mir noch folgender kleiner Ausflug gestattet: Ich bin wirklich schon von Kindheit an großer Bond-Fan. Diese Filme gehörten zu den ersten, die ich seinerzeit mit meinem Vater und Brüdern kucken durfte und für Klein-Mizzie waren jene Abende immer spannende Ausflüge in die Erwachsenenwelt. Mein Lieblings-Bond, bis heute, ist natürlich Sean Connery.

Schon beim letzten, „Casino Royal“ war ich höchst begeistert ob der Tatsache, dass sich die Macher entschieden hatten, ein 30 Jahre lang wunderbar funktionierendes Konzept mal eben komplett über den Haufen zu werfen. Und ich meine damit nicht das Engagement eines blonden Schauspielers.

Schon die Bösen waren plötzlich komplett anders gestrickt… sie wohnten nicht mehr in Vulkanen oder unter Wasser, hatten keine Haustiere und wollten auch nicht die Welt beherrschen. Nein, wie widmeten sich ganz banalen Verbrechen wie Drogen- oder Waffenhandel und Geldwäscherei. Politik war plötzlich ein Thema. Also im Sinne von Revolutionären oder Diktatoren, die durch Drogen- und Waffenhandel oder Geldwäscherei finanziert wurden.

Und dann der neue Bond, durch einen kantigen Typ wie Daniel Craig wirklich perfekt besetzt. Frühere Bond-Darsteller waren mehr oder minder gelackte, unterkühlte Supermänner die auch aus dem heftigstem Kampf noch perfekt frisiert entkamen. Dieser Bond schwitzt, blutet, macht sich schmutzig und perfekt frisiert ist er nicht mal, wenn er auf ein Galadinner geht.

In dieser Geschichte wird es noch etwas auf die Spitze getrieben… Daniel Craig spielt einen Besessenen, ein gehetztes Tier, unwahrscheinlich grausam und dann plötzlich wieder weich und verletzlich. Die Kampfszenen sind wieder spektakulär, wenn auch für eine Kinoleinwand teilweise etwas schnell…

Nun zu diesem Film. Ja, da kann ich euch eigentlich kaum was zu sagen. Denn leider, leider zeichnet sich dieser Bond hauptsächlich durch die komplette Abwesenheit einer nachvollziehbaren Handlung aus. Das wenige was da ist, hab ich jetzt – eine halbe Stunde später – schon fast wieder vergessen, morgen wahrscheinlich komplett. Ja, Rache ist ein Thema, das habt ihr wahrscheinlich schon irgendwo mitbekommen. Irgendwo hab ich was von „menschlich vielschichtig“ gelesen, das ist allerdings eine extrem oberflächliche Betrachtung. Wut und Bockigkeit machen noch nicht menschlich vielschichtig, dann wären ja alle Männer… ach, lassen wir das. (Höhö, musste sein der Spruch, sorry).

Also, wenn ihr mich fragt, ob ihr den unbedingt sehen müsst, dann kann ich das nur mit einem klaren „jein“ beantworten. Wahrscheinlich ist er fürs Fernsehen besser geeignet. Aber wenn ihr große Ansprüche zu Hause lasst, dann gibt es für die Männer natürlich immer noch fantastische Kampfszenen zu sehen, und für die Mädels….ja, was soll ich sagen…Daniel Craig.

Bevor ich los bin, hab ich das hier getwittert – und dann hat er nur ein einziges Mal sein Hemd ausgezogen, der Schuft…Und nein, ich hab nicht wirklich gekreischt. Hätte ich aber können. Nicht nur bei dieser einen Szene, sondern eigentlich reicht es schon, wenn er einfach nur in seinem scharfen Anzug mit diesem Katzengang einen Hotelflur hinuntergeht. Daraus könnten sie für mich einen zweistündigen Film machen, mit gelegentlichen Close-Ups von seinen Scheinwerferaugen.

So gesehen, ein super Film.


The ballad of Peniston and more

August 14, 2008

Heute is so’n Tag, an dem ich mich unbedingt künstlich aufmuntern muss….hab komisch geträumt und Stress gehabt und werde schon seit heute morgen vom übelsten Heuschnupfen aller Zeiten geplagt. Wahrscheinlich sind’s auch eher meine latent dauer-entzündeten Nebenhöhlen, die sich mal wieder rechtzeitig zum Herbst melden. Da is bald wieder ne OP fällig, fürchte ich.

Na egal…wenn ich mich so fühle wie heute, ziehe ich mich immer mal gern auf eine bestimmte Website zurück. Rathergood.com ist voll mit verstrahltem Scheiss, oder wie würdet ihr das hier nennen? Englischer Humor in Reinkultur.

Letztens hab ich mir nicht mal nur die lustigen Filmchen angekuckt, sondern mal ein wenig hinter den Kulissen gestöbert und mit großer Freude festgestellt, dass sich eine Band dahinter verbirgt. Keine gute, aber immerhin, eine Band, genannt „7 Seconds of Love“. Und deshalb steht da dann auch schon mal so was.

Also, wenn euch heute Nachmittag oder Abend vielleicht langweilig sein sollte…. hier gibt’s was dagegen.


You’ll never walk alone

August 13, 2008

Ich hege ja stille Bewunderung für diese youtube-Freds, die sich stundenlang in ihren Kellerzimmern einschließen und irgendwelche Fanvideos zusammenfrickeln. Ich könnte das nicht. Gut, nun hab ich auch ein Leben. Und wir wollen erstmal sehen, was sich so tut, wenn der Postbote nächste Woche meinen neuen Camcorder bringt…

Na jedenfalls – ganz vorne mit dabei sind natürlich immer Fussballfans. Die Bandbreite der Machwerke geht von furchtbar kitschig über heldenhaft bis hin zu einfach nur schlecht. Aber ich hab da was Schönes gefunden, was man ruhig mal zeigen kann.

Um euch vorab dafür in Stimmung zu bringen, sei noch folgendes gesagt: Im Mutterland der elfköpfigen Balljagd, England, (nein, wirklich nicht China, obwohl sie’s erfunden haben) kommt ja dem Fussball eine nahezu mystische Bedeutung zu, welche die Bundesliga im Vergleich wie die Wasserpolo-Liga aussehen lässt. Womöglich steht das in direktem Zusammenhang mit der Tatsache, dass es gerade in der Premier League Vereine gibt, bei denen Glorie und Tragödie einfach so goddamn nah beineinander liegen.

Ich meine, man nehme nur mal Manchester United und ihr Munich Air Disaster. Und stelle sich vor, die Hälfte des Bayern-Kaders würde bei einem gemeinsamen Flugzeugunglück ums Leben kommen. Klingt erstmal lustig, aber ich wette, in echt wäre es das nicht. Diese Wunde blutet auch heute noch im Herzen der Red Devils. (Ich hätte euch auch was von denen kredenzen können, aber deren Lied ist mal echt scheisse.)

Und dann wäre da noch der FC Liverpool. Kaum einem anderen Verein wird so leidenschaftliche Verehrung gezollt wie The Reds, selbst in dem Land, wo Fussball so wichtig ist, das er das nahezu einzige verbindene Element zwischen einer ansonsten streng klassifizierten Gesellschaft ist.

Leider wurde der Verein im Laufe der Jahre immer mal wieder Opfer seiner eigenen Hooligan-Anhängerschaft. Er war so in die zwei wohl größten Tragödien in der Fussballgeschichte überhaupt involviert, die Katastrophen im Heysel-Stadion und die von Hillsborough. Trotz dieser schweren Schläge erholte sich der Verein immer wieder und errang im Laufe seiner Geschichte so ziemlich jeden Triumph, der im europäischen Fussball möglich ist.

Neben den Hooligans hat er auch noch ganz liebe Fans, wie den hier (glaub, es war in Wirklichkeit ein Sportredakteur). Und ein wirklich schönes Lied.

Also, nach dieser langen Einleitung – hier mal zweieinhalb Minuten Gänsehaut:

Halt Stopp – UPDATE um 19.14 Uhr: Leider ist das wirklich sehr schöne Video mittlerweile entfernt worden…. deshalb müsst ihr mit dem reinen Fangesang vorlieb nehmen. Sorry.

Ach, und noch was: Der FC Liverpool, falls es jemand noch nicht weiß, ist NATÜRLICH freundschaftlich verbandelt mit dem einmaligen, sensationellen FC ST. PAULI aus Hamburch, dem Weltpokalsiegerbesieger von 2002 und Pokalschreck von 2006!!

Und die St. Pauli-Fans singen das auch…..fast genau so schön:


Noel Gallagher – der Dieter Bohlen des Indie?

August 12, 2008

Wer oder was macht diesen Zauber von Oasis aus? Und welcher Zauber eigentlich?

Ich weiß es nicht. Und ehrlich, ich denk da schon seit Jahren drüber nach. So ziemlich, seit ich die Brüder mit den dicken Augenbrauen das erste Mal auf MTV gesehen hab.

Ich glaube ja, die profitieren von diesem Schlagermethodik: Einfache Musik, die einfach zu Herzen geht. Noel Gallagher ist meiner Meinung nach der Dieter Bohlen des Indie: Er schreibt seine Songs immer nach Schema F. Sie bekommen zwar jedes Mal einen anderen Titel, aber essentiell ist es jedes Mal derselbe Song.

Nun möcht ich mal behaupten, Dieter Bohlen erhebt mit seinen Machwerken keinen großen künstlerischen Anspruch. Er bleibt halt einfach als Schuster bei seinen Leisten. Anders da Noel – der erhebt schon mal seine Stimme und labert was von „Redefinition of rock“ und vergleicht sich ja auch gern mit seinen Helden, den späten Beatles. Sehr passend fand ich ja in diesem Zusammenhang den Albumtitel „Standing on the shoulders of giants“. Aber selbst der Vergleich hinkt noch.

Dann Liam, der unselige. Sänger? Naja. Eigentlich spricht der nur in verschiedenen Tonlagen, lässt hier und da vielleicht mal ehrenhalber eine kleine Phrasierung einfließen. Für die Rock’n'Roll Hall of Fame reicht das auch noch nicht.

In der Summe haben die natürlich diesen englischen Social-housing-meets-footie-hooligan-eating-fish’n'chips-appeal. Aber reicht das schon, um den immensen Erfolg dieser Band zu erklären? Nicht alles, was aus Manchester kommt, ist automatisch glaubwürdig.

Noel hat mal über Morrissey gesagt, er sei der größte Texter in der Geschichte der Popmusik. Das stimmt natürlich. Aber so ein Kompliment aus dem Munde von jemandem, der selbst nur ein Standardvokabular von 300 Worten in seinen Texten verwurstet kriegt, ist irgendwie… schal.

Es gibt ja Bands, die reißen es dann durch ihre Liveauftritte raus. Ich hab Oasis noch nie gesehen, hab mir aber sagen lassen, ein Konzert ist in der Regel ein lieblos hingeschrammeltes Standardprogramm von etwa einer Stunde. Amüsant wird es nur, wenn die Gallaghers anfangen, sich zu prügeln. Kommt vor.

Ich könnt jetzt hier stundenlang weiter referieren, ohne die Antwort auf meine eigene Frage zu finden. Tatsache ist ja allerdings, dass ich mich selbst, obwohl ich die Band rational echt blöd finde, dem Zauber nicht entziehen kann. Einfache Musik, die einfach zu Herzen geht halt.

Take it away, you bunch o’twats:


Was macht eigentlich…? Folge 1

August 11, 2008

Diese lustige Kombo aus vier verstrahlten Jungs heute?

Na, zum Teil ist das ja weithin bekannt: Paul Heaton, der Sänger mit dem zerknautschen Gesicht, gründete nach der Auflösung der Housemartins mit dem Schlagzeuger Dave Hemingway die wunderbare Band The Beautiful South. Die machten dann so was:

Paul musste aufgrund von Alkoholproblemen immer mal wieder Pause machen. Mit einer der im Laufe der Jahre drei sich abwechselnden Sängerinnen hat er gerüchteweise ganz viele Kinder. Endgültig aufgelöst haben sich The Beautiful South erst im Januar 2007. Und just letzten Monat erschien unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit ein Soloalbum von dem mittlerweile nicht mehr so jungen Mann. Keine Ahnung, ob das gut ist. Müsst ihr selber mal reinhören.

Den Vogel aber schoss natürlich der Bassist Norman Cook ab, der ein paar Jahre nach der Auflösung zunächst mit Beats International und einem gekonnt eingesetzten The Clash-Sample (Guns of Brixton) einen Superhit mit „Dub be good to me“ feiern konnte. Unter dem Namen Fatboy Slim erlangte er dann gar Weltruhm. Der is mal echt cool – Beweis:

Außerdem machte er in England Schlagzeilen aufgrund seiner Liaison mit der TV-Moderatorin Denise van Houten, die sich dann aber seinem Kumpel Jay Kay von Jamiroquai zuwandte. B*tch.

Gitarrist Stan Cullimore ist heute Autor von Kinder- und Drehbüchern, erzählt aber auch noch gern die Geschichten von früher und verdient – so möchte ich doch meinen – auch noch den einen oder anderen Taler mit Songwriting-Royalties. Das Glück derer, die in längst vergangenen Zeiten mal einer erfolgreichen Band angehörten.

Nur was der erste Schlagzeuger Hugh Whittaker heute macht, das konnte ich nicht rauskriegen. Wenn das jemand weiß, bitte vervollständigen.

Die Housemartins bleiben einer der Eckpfeiler des British Indie Pop. Und diese innovativen Dance Routines…so was macht doch heute keiner mehr.