18./19.9.08

September 19, 2008
Calling all Hobbypsychologen….

Ich bin gefühlt so alt wie jetzt und laufe beschwingt durch die Straßen von London. Es ist Herbst, ein kalter, strahlender Tag mit kristallklarer Luft, die zu klirren scheint. Ich laufe an einer Telefonzelle vorbei und sehe aus dem Augenwinkel A. darin stehen und telefonieren. ‘Oh Gott nee, nicht DER!’ denk ich und will so tun, als hätte ich ihn nicht gesehen. Zu spät – er fängt an, fröhlich auf und ab zu springen und macht mir durch wildes Klopfen und Gestikulieren verständlich, dass ich unbedingt warten soll. Ich steh also mit hängenden Schultern vor der Telefonzelle und weiß, dass sich hier ein neues Drama anbahnt.

Während er fröhlich weitertelefoniert und mir durch Gestik zu verstehen gibt, dass er gaaanz gleich voll für mich da ist, halte ich schon mal nach meiner Mutter Ausschau (in diesem Moment bin ich anscheinend halb-luzid – ich bin mir darüber im Klaren, dass ich mich in einem Traum befinde und dass in einem Traum, in dem A. auftaucht, normalerweise auch meine Mutter dabei ist). Dann fällt mir aber ein, dass sie mich wahrscheinlich nicht retten, sondern zu einer sofortigen Hochzeit mit ihm drängen würde, also kuck ich lieber nicht weiter.

Und prompt kommt anstatt meiner Mutter doch glatt K. um die Ecke. ‘Na super, das war ja so klar’ denke ich und verdrehe genervt die Augen. A. hat mittlerweile sein Gespräch beendet, die beiden treffen sich, umarmen sich kumpelhalft und drehen sich dann erwartungsvoll zu mir. Beide setzen ihr schönstes Piratenlächeln auf – vier strahlendweiße Zahnreihen blinken mich an und mir wird leicht flau in der Magengegend. Eigentlich will ich nur weglaufen, aber wie es so ist im Traum: Ich kann mich nicht einen Millimeter bewegen, bin hüftabwärts gelähmt oder meine Beine sind mit Blei gefüllt…irgendwie so was. Also steh ich da mit meiner Wuschigkeit.

Von links raunt mir eine Stimme ins Ohr „oh kuck mal, A., weisste noch? Der is doch so süß und lieb und begabt“…“ja!“, plärrt es daraufhin von rechts, „und total hohl und memmig noch dazu, weißt du DAS nicht mehr? Hingegen K., der is klug und leidenschaftlich und hat Tiefe“…..“ja“, klingt es ermahnend von links, „und er verzweifelt an sich und der Welt, außerdem….“

„Der is zu alt für dich!“ unterbricht A. meinen inneren Dialog und deutet mit einer Kopfbewegung auf seinen Kumpel, der etwas verstört kuckt. ‘Ja stimmt’, denk ich, ‘der müsste jetzt schon über 50 sein, das ist tatsächlich…’ – „Er ist vielleicht zu alt“, fauche ich aber A. an, „dafür weiß er wenigstens, was er will!“ K. grinst etwas breiter, während A. erschrocken zusammenzuckt. Ich kann sehen, dass ich ihn damit verletzt habe, was mir einerseits sofort leid tut, mich andererseits nervt – ‘typisch Mann’, denke ich, ‘Mega-Sensibelchen, wenn es um die eigenen Belange geht, und Riesentölpel bei Anderen’.

Trotzdem bemühe ich mich, die Aussage etwas zu entschärfen: „Hör mal, A. – ich sage ja nicht, dass du ein schlechter Mensch bist, aber so, wie die Dinge gelaufen sind, dürfte es dich nicht wundern wenn ich zu so einem Schluß komme.“ Er holt Luft und setzt zu einer aber-ich-hab-doch-nur-aber-ich-wollte-doch-nur-Rede an, ich stöpsel mir aber beide Zeigefinger in die Ohren, weil ich das alles schon gehört hab. Ich dreh mich hilfesuchend zu K. und bete, er möge den Vortrag unterbrechen und irgendwas, einfach irgendwas erzählen, meinetwegen über Gitarren, Magier oder auch leere Joghurtbecher. Aber der schweigt und grinst nur.

Ich drehe mich, immer noch hüftabwärts gelähmt, auf der Stelle und blicke mich hilfesuchend um. Und wen seh ich da auf der anderen Straßenseite, in eine Hausecke gekauert, Mütze tief ins Gesicht?? E.! ‘NA TOLL!’ kreischt es in mir ‘JETZT AUCH NOCH DER!! Nu fehlen ja nur noch T., F., J. und S. und der Club ist fast vollständig!!’ E. wirft mir, möglichst unauffällig aber doch sichtbar, verzweifelte Blicke zu und murmelt irgendwas vor sich hin. „Wenn ich rüberkommen soll, musst du schon was sagen, du Idiot!!“ schrei ich ihn an „ich kann keine Gedanken lesen, wirklich!“ Er kuckt und murmelt weiter.

Ich merke allerdings, wie sich die Lähmung in meinen Beinen aufhebt – ich kann mich wieder bewegen und nehme sogleich die Beine in die Hand, lass alle drei Bekloppten stehen und renne die Straße runter…

…ich flüchte mich in einen Pub, wo Vinnie Jones und Robbie Williams an einem Tisch sitzen und gerade in eine Partie Strip-Poker einsteigen wollen. Dafür suchen sie natürlich eine Mitspielerin. Da setz ich mich doch dazu! … (Fortsetzung? In diesem Fall nicht völlig irrelevant, aber nichts für diesen Blog…=))


12./13.9.08

September 13, 2008

Ich bin gefühlt so alt wie jetzt und habe mir irgendwie in dessen Abwesenheit Zugang zu A.’s Wohnung verschafft. Mit großen erstaunten Augen wandere ich durch die Räume wie ein Kind durch einen Süßwarenladen. Es ist nicht sehr ordentlich, aber das stört mich ja bekanntermaßen nicht – außerdem zeigt es an dass hier ein Mensch wohnt, denn die Einrichtung ist ansonsten eher karg und sympathische Farben fehlen fast zur Gänze.

Was mich aber schon stört, sind die Klamotten seiner Freundin, die überall herumliegen. Ich bemerke mit Wohlwollen, dass ich in einige von ihnen zweimal hineinpassen würde bis mir aufgeht, dass das womöglich einer der Gründe ist, warum ihre Klamotten hier liegen und nicht meine.

Noch während ich überlege, ob ich ein paar davon in Brand stecken soll, höre ich das Gekratze eines Schlüssels an der Tür. Ich blicke mich panisch nach einem Versteck um, aber mir wird relativ schnell klar, dass ich stattdessen eine gute Geschichte brauchen werde. Ich nehme mir vor zu behaupten, der Nachbar (der mit dem Schlüssel) habe mich gebeten, die Statik des Gebäudes zu überprüfen.

Aber ich komme gar nicht dazu, die Geschichte zu erzählen – denn er sieht mich und ist kein bißchen erstaunt darüber, dass ich uneingeladen in seiner Wohnung stehe. Allerdings auch nicht sehr erfreut. Er bittet mich höflich, am Esstisch Platz zu nehmen und setzt sich übers Eck dazu. In mir wächst der akute Impuls, ihn anzuschreieen was dieses Theater soll und wann er vorhat sich einzugestehen, dass ich seine Traumfrau bin!  Aber ich widerstehe und steige stattdessen mit einem lockeren „Wie geht’s?“ in die Unterhaltung ein, dem ich versuche, einen unfloskelhaften und tatsächlich interessierten Ton zu verleihen.

Mit dramatischem Ergebnis: Er habe den Arbeitsvertrag so nicht bekommen, sagt er. Sein Gesicht verdunkelt sich und ihm steigen Tränen in die Augen. Das kann ich ja nicht mal im Fernsehen mit ansehen. Mein Mutterinstinkt bricht mit mir durch und ich nehme ihn in den Arm, um ihn wie ein kleines Kind hin und her zu wiegen. Endlich ist das Umeinanderrumgetänzel mal für einen Moment unterbrochen.

Aber bevor wir das Beste draus machen können, klingelt es an der Tür. „Das ist meine Freundin!“ ruft er erschrocken und springt auf. ‘Wie? Die hat noch nicht mal einen Schlüssel?’ wundere ich mich, sehe aber ein, dass ich mich fürs Erste strategisch zurückziehen sollte. Ich gehe zur Tür und sehe, dass die Beiden sich an der offenen Tür kumpelhaft mit Umarmen und Schulterklopfen begrüßen. Sehr seltsam. Dafür verzichtet der auf mich, ist der blöd?! Ich schiebe mich mit einem fröhlichen „alles klar mit der Statik!“ an den Beiden vorbei und sprinte die Treppe runter.

Diese führt direkt in ein Einkaufszentrum… ich bin in der Haushaltshaltswarenabteilung gelandet und… (Fortsetzung? Völlig irrelevant…)


16./17.8.08

August 17, 2008

Ich bin gefühlt so alt wie jetzt. Ich muss mit ein paar anderen irgendwas verteidigen, ich glaube, ein Haus. Wir sitzen so im Gras rum und kümmern uns um unsere Waffen – Holzschwerter, Steine und andere Wurfgeschosse. Auch A. ist da und wirft mir vielsagende Blicke zu, die ich versuche, zu ignorieren. Meine Mutter kocht Kaffee und versorgt alle mit Sandwiches. (In diesem Zusammenhang ist es mal wieder erstaunlich, dass jedes, absolut jedes Mal wenn ich von diesem Mann träume, und das schon seit Jahren, meine Mutter auch auftaucht. Ich war schon oft mal in Versuchung, eine Einzelstunde beim Psychologen zu buchen um herauszukriegen, was das bedeutet.)

Unsere Feinde sind Kinder, gruselige, diabolische Kinder die allesamt aussehen wie Chucky, die Mörderpuppe. Wir schwant Böses. Klar sind die eklig, aber es sind immer noch Kinder, also wie soll ich es anstellen, gewalttätig gegen sie zu werden?

Ich habe keine Zeit, anständig drüber nachzudenken, denn die Chuckies greifen an! Ohne groß zu zögern stürze ich mich in vorderster Front auf die kleinen Monster, alle drehen total durch und schlagen mit ihren Holzschwertern aufeinander ein. Sogar meine Mutter schmeisst mit Kaffeetassen, nur A. hat sich verschreckt unter einen Tisch gekauert und ich denke „ah typisch, verdammte Lusche! Erst kucken und dann Angst kriegen!“

Ich beschließe, dass dies das letzte Mal war, dass ich diesem Idioten überhaupt Beachtung schenke und widme mich meinem Kampf mit einem kleinen, blonden Jungen. Gerade als ich anfangen will, auf seinen Kopf einzuschlagen erkenne ich hinter den verzerrten, entstellten Gesichtszügen, dass er mein Patenkind L. ist! Sofort reiße ich mir erschrocken das Visier vom Gesicht und werfe mein Schwert weg, reiße ihm seins aus den Händen und packe ihn bei den Schultern – „L., komm mal zu dir! Erkennst du mich nicht? Was wollt ihr überhaupt mit diesem Haus?“

In dem Moment ist es, als wenn er aufwacht aus einem bösen Traum… seine Gesichtszüge verwachsen sich und er ist wieder der L., den ich kenne. Er bricht sofort in Tränen aus und wirft sich in meine Arme. In dem Moment bleiben alle erschrocken stehen und stellen die Kämpfe ein – plötzlich ist das Schlachtfeld voller heulender, kleiner Kinder und verwirrter Erwachsener. Meine Mutter löst sich aus der Menge, läuft zurück zur Kaffeemaschine und bringt sich in Position, alle mit Essen und Trinken zu versorgen. Ich versuche währenddessen, den armen L. zu beruhigen. A. kommt wieder unter seinem Tisch hervor und versucht, mit seiner Sonnyboy-Nummer gute Laune zu verbreiten, aber irgendwie sind alle noch zu aufgelöst.

Haus und Schlachtfeld liegen an einem See, ich setze mich mit L. in ein Boot und wir rudern raus… plötzlich löst sich die Szene auf und ich befinde mich in einer schlimmen Technodisko, wahrscheinlich eine Reminiszenz dieses traumatischen Abends im „Tunnel“…(Fortsetzung? Völlig irrelevant...)


Die Sache mit dem Träumen

August 15, 2008

So, nachdem ich hier jetzt schon satte 10 Tage aus Mizzieland berichte und auch mehrfach aus Mizzietraumland, denke ich, dass eine Erklärung dazu fällig ist, was das soll. Denn ehrlich, wen interessieren schon meine Träume außer mir selbst?

Ich finde das Aufschreiben von Träumen erstmal äußerst hilfreich bei dem Versuch, sie zu interpretieren. Ich bin nämlich jemand, der sehr viel träumt und sich in der Regel auch gut erinnern kann.

Die Verknüpfung zwischen Tag- und Traumbewußtsein scheint bei mir ziemlich gut zu funktionieren. Denn es passiert mir ständig, dass ich im Traum Themen wieder aufnehme, die mich tagsüber beschäftigt haben. Sehr oft auch finde ich so im Schlaf Antworten auf sehr dringliche Fragen, mit denen ich mich im Wachzustand vergeblich rumgeschlagen habe. Das ist noch nicht direkt hellseherisches Träumen, aber manchmal schon ziemlich nah dran.

Da gibt es im Übrigen auch eine Gegenrichtung – ich habe eine zeitlang „luzides“ Träumen trainiert. Das ist der Zustand, wenn man im Traum sozusagen wach ist und sich darüber im Klaren ist, dass man träumt. Träume werden somit kontrollierbar, was natürlich zu sehr abgefahrenen Ergebnissen führen kann. Das ist wie in einen Film hineingesogen zu werden.

Dieses luzide Träumen kann man, wie gesagt, trainieren. Ich bin ein paar Monate ziemlich gut zu Rande gekommen und konnte auch ein paar Trainingserfolge verzeichnen. Problem ist nur, die Übungen sind sehr schwer in den Alltag zu integrieren und so hab ich irgendwann wieder aufgegeben.

Noch heute werde ich allerdings luzid, wenn ich im Traum anfange zu fliegen… was ich dann mache, entscheide ich meistens spontan, das hängt mit den Themen zusammen, um die sich mein Leben in der Zeit dreht.

Gerüchteweise erzähl ich auch schon gerne mal von dem, was mir im Traum begegnet. Selten natürlich ausführlich oder verständlich, aber fast immer sehr amüsant. Manchmal passiert es mir, dass ich selbst davon wach werde dass ich kichern oder – je nachdem – auch mal weinen muss.

Wenn ich dann morgens nach durchlebten Abenteuern wieder aufwache, lasse ich in der Regel die Kopfbilder noch mal Revue passieren. Und wenn ich das Gefühl habe, da ist irgendwas dabei, über das ich noch mal nachdenken sollte, dann schreib ich das auf. Früher auf Papier, jetzt halt ins Netz. For your amusement.

Klar, oder?


13./14.8.08

August 14, 2008

Ich bin so gefühlte 4 Jahre alt. Wir sind alle im Schrebergarten meiner Oma und ich klettere auf dem großen, alten Kirschbaum rum. Der Himmel ist blutrot und es weht ein scharfer Wind in Böen. Meine Mutter kuckt besorgt aus dem Türrahmen der Hütte und meine Brüder unterbrechen ihr Fussballspiel. Alle schauen, ob bei mir alles klar ist, oder ob ich in meiner kindlichen Paddeligkeit gedenke, vom Baum fallen.

Aber ich hab keine Angst. Denn unten steht mein Vater mit offenen Armen. Er wird mich fangen, wie immer. Großer, starker Papa.

Ich schaue runter und wir lächeln uns an. Dann springe ich. Er fängt mich und schleudert mich wieder hoch, so hoch, dass ich in die Wolken greifen kann an einem Himmel, der plötzlich wieder strahlend blau ist….

…dann bin ich wieder erwachsen und laufe auf irgendeiner Nordseeinsel durch eine Herde von Füchsen…. (Fortsetzung? völlig irrelevant)

Up


11./12.8.08

August 12, 2008

Ich will unbedingt in einen Bungalow direkt am Plöner See einziehen. Die Raumaufteilung ist etwas seltsam, es gibt nur ein großes Zimmer und dafür drei Küchen. Aber wie gesagt, direkt am See und ein Poolhaus gibt es auch noch. Der Vermieter steckt mir, dass ich allerdings weitaus bessere Chancen hätte, wenn ich mit der Familie einziehen würde.

Ich dreh mich um und da sitzen tatsächlich schon meine Eltern und mein Bruder nebst Freundin und Kindern und besprechen die mögliche Raumaufteilung. Eine Begehung bringt uns zu dem Schluß, dass man aus dem riesigen, kathedralenartigen Laubengang einer der Küchen mit ein paar Leichtbauwänden ein paar Zimmer machen könnte. Dann hätte zumindestens jeder Familienzweig ein eigenes Schlafzimmer.

Ich find die Idee jetzt nicht sooo doof… aber andererseits – was ist, wenn ich mal…Besuch hab? Will ich, dass meine ganze Familie mitbekommt, wenn ich Sex hab? Nein. Und was ist wenn ich – Gott bewahre – selbst mal ein Kind haben sollte? Will ich mit Kind und im Zweifelsfalle Mann in einem einzigen Zimmer wohnen? Auch nein.

Dann allerdings fällt mir auf, dass sich mein Bruder und seine Freundin auch nicht beschweren, dass sie mit gleich drei Kindern in einem Zimmer wohnen müssen.

Während ich noch überlege, schlendere ich in den verwunschen schöne Garten. Dort treffe ich eine Nichte von mir (allerdings keine Nichte aus dem echten Leben – ein kleines rothaariges Mädchen, eine ca. 8-jährige Variante von Pippi Langstrumpf). Sie zeigt mir ganz stolz eine riesige Tarantel-Spinne, die sie bei einer Wette gewonnen hat. Ich fange sofort an zu heulen und zu zetern, sie solle das Ding sofort wegnehmen. Sie setzt sie auf einen Stein und wir gehen zum Haus, ich überlege noch kurz  ob ich zurückgehen und dem Ding den Garaus machen soll, denn allein die Vorstellung, die würde jemals in meinem Zimmer auftauchen bringt mich fast schon wieder zum Heulen (ich wette, ich hab im Schlaf um mich geschlagen an der Stelle...).

Aber ich tu’s nicht. Wir gehen ins Haus und dort ist man mittlerweile bei der Besichtigung einer der drei Küchen angekommen. Sie hat einen gigantomanischen Kamin, der eine ganze Wand einnimmt. Der Feuerraum hat einen ca. 3 Meter langen Schacht nach hinten raus. Der Vermieter kuckt mich vielsagend an und meint, er würde sich fragen wie viele Leute in diesem Ding wohl schon zu Tode gekommen sind. Mich gruselt’s.

Wir führen noch eine Weile eine sehr skurrile Diskussion über Haus und Wohnsituation. Der Vermieter wird uns das Haus wohl geben und ich schleppe schon mal vorsorglich ein paar Lieblingsmöbel rein. Gerade als ich meinen Flügel wieder zusammen setze, fängt mein Bruder allerdings (typisch!) Streit an und der Vermieter verweist uns des Hauses. Bruderherz meint allerdings, das sei überhaupt nicht schlimm, er hätte was noch viel Schöneres in Altenholz gesehen. Und ich so: „Moment mal?! Ursprünglich hab doch wohl nur ich ein neues Haus gesucht, was soll diese Sippenhaft jetzt eigentlich??“ Woraufhin mich alle tief verletzt anschauen…

Wir setzen uns ins Auto… plötzlich ist es aber nicht mehr meine Familie, sondern ein paar Leute aus meiner alten Konfirmandengruppe und wir fahren auf einer Schotterstraße…. (Fortsetzung? Völlig irrelevant.)


9./10.8.08

August 10, 2008

Ich bin gefühlt so alt wie jetzt. Bin mit Tick, Trick und Track nebst ihrem Manager im Auto in Hamburg unterwegs. Wie immer fühle ich mich als Gast, nicht als Teil des Teams. Sie wollen einen Kredit aufnehmen um ihr Comicprojekt endlich auf eigene Faust rauszuprügeln. Ihrem Manager ist das natürlich nur recht, schließlich entbindet ihn das von einem Großteil seiner Verantwortung.

Ich versuche verzweifelt, noch das Schlimmste zu verhindern, aber ich treffe nicht den richtigen Ton. Man hört mir nicht mal zu, so mein Eindruck. Wir gehen in die Bank und werden von einer Sachbearbeiterin begrüßt, die mir extrem bekannt vorkommt.  An ihrem Blick kann ich sehen, dass es ihr genau so geht. Aber wir kommen nicht drauf. (Später, nach dem Aufwachen fiels mir ein – sie war eine Professorin der FH Flensburg mit der ich kürzlich beruflich zu tun hatte).

Die Bank winkt den Kredit durch, die Tatsache dass alle drei neben ihrer Comicmacherei noch einem normalen Job nachgehen, reicht. Um ihren „Triumph“ zu würdigen, wollen Tick, Trick und Track erst mal richtig feiern. Wir gehen in ein Restaurant, dem ohne Begründung das Dach fehlt. Sie bestellen für den gesamten Laden den teuersten Champagner, dabei trinken sie sonst nur Bier.  Als die Rechnung kommt, stellen sie fest, dass die Summe so ziemlich der entspricht, die sie sich gerade bei der Bank geliehen haben.  Jetzt kucken mich alle groß an, als wäre es meine Schuld. Ich hätte sie wohl aufhalten sollen.

Da werd ich echt sauer… ich erinnere sie dran, dass ich von vornherein verhindern wollte, dass sie den Kredit überhaupt aufnehmen weil das Risiko überhaupt nicht absehbar ist und es wahrscheinlich innerhalb des nächsten Jahres ihre Freundschaft zueinander zerstören wird. Sie kucken mich beleidigt an und stellen das Gespräch schließlich ganz ein.

Nun hab ich nicht mal mehr Lust, mit nach Hause zu fahren. Ich nehm mir ein Taxi zum Hauptbahnhof. Dort rollen allerdings neuerdings Flugzeuge über die Schienen….(Fortsetzung? Völlig irrelevant..)


7./8.8.08

August 8, 2008

Ich bin so gefühlte 16, sitze im Kunstraum und führe mal wieder mit meinem Kunstlehrer Herrn H. diese unselige Diskussion darüber, warum Popmusik und -kultur total wichtig ist. Er widerspricht mir und belegt das mit frühen „Yeah, yeah, yeah“-Texten der Beatles und den Performancekünsten der Bay City Rollers.

Ich bin’s leid.

Ich klinke mich mit einer lapidar hingeworfenen „mir-doch-egal“-Geste aus und konzentriere mich auf den Tonklumpen vor mir. Man kann schon ganz grob ein Gesicht erkennen. Plötzlich kommt von irgendwo her Musik und der Tonklumpen fängt mit seinem erst rudimentär angelegten Mund an zu singen: „iiif you start me up, if you start me up I’ll never sto-hop….“. Mir läuft ein Schauer über den Rücken.

Und ich drehe mich mit triumphierender erhobener Faust zu Herrn H. um und rufe „Sehense mal Herr H., was glauben Sie, wie viele Menschen auf der Welt ihre Existenz überhaupt nur diesem einen Lied zu verdanken haben, hm?? Und jetzt sagense noch ma, Popmusik sei kulturell völlig bedeutungslos…. sie is nicht nur nicht kulturell bedeutungslos, sondern wahrscheinlich die einzige Kunstform, die nachweislich die Hormone ankurbelt!“

Da macht es plopp! und Herr H. löst sich in Luft auf, ich sehe allerdings noch im Abgang dass er höchst verstört aussieht, wahrscheinlich weil ihm eingefallen ist, dass auch seine Eltern Rolling Stones-Fans waren…

Und ich sitze ohne Tonklumpen, dafür mit einem Huhn an der Leine in der Einfahrt eines Parkhauses………..(Fortsetzung? völlig irrelevant).