Ihr kennt ja diese Theorie, dass man um fünf oder sechs Ecken jedem Menschen auf der Welt schon mal die Hand geschüttelt hat, oder? Zu manchen interessanten oder prominenten Menschen lohnt es sich schon mal, die Ecken zu zählen. Und manchmal wird die Verbindungsstrecke durch nur eine richtige Schnittstelle plötzlich sehr kurz.
In meinem Falle wäre da z. B. Morrissey’s Gitarrist Boz, den ich ja öfter mal treffe. Mal abgesehen von Morrissey selbst hat dieser Mann schon mit David Bowie auf der Bühne gestanden und in den Backstage Areas aller Festivals und Clubs dieser Welt schon Gott weiß wen getroffen. Die Vorstellung finde ich schon mal ganz nett.
Dann hatte ich vor ein paar Jahren das Glück, im Schlepptau meiner Freundin Corinna einige Male Bob Geldof zu begegnen. Einmal wurden wir in den Gästebereich einer N3-Talkshow in Bremen geladen, in der er zu Gast war. In dem Moment wo er mir – aufmerksam, freundlich und zugänglich, wie es anscheinend immer seine Art ist – die Hand schüttelte, lief vor meinem geistigen Auge die Liste mit Menschen ab, denen er wohl schon vorher die Hand geschüttelt hat… Seine wohltätigen Projekte haben ihn mit Präsidenten, Königen, religiösen und weltlichen Volksvertretern zusammengebracht und als Organisator zweier Live Aids, den immer noch größten Konzert-Events aller Zeiten, hat so ziemlich jeder Musikstar der letzten 25 Jahre schon mal Spalier bei ihm gestanden. Abgefahrene Vorstellung.
Sich dieses in Theorie vorzustellen, ist das eine. Besonders, wenn so ein verdammt normaler und unhistorisch aussehender Mann vor einem steht. Ich hab mich aber in den letzten Wochen viel mit Michael Jackson und den verschiedenen Etappen seines Lebens beschäftigt und bin dabei auf ein interessantes Fundstück gestoßen: Ein Making Of von „We are the world“, in dem der normale und unhistorisch aussehende Bob Geldof etwas schüchtern vor Amerika’s damalige Rock und Pop-Elite tritt und mit seinem bezaubernden irischen Akzent eine herzzerreissende Ansprache hält. Womöglich ist es dieser Ansprache zu verdanken, dass der Song das wurde, was er dann wurde. Es muss Magie in der Luft gelegen haben in dieser Nacht.
Es gibt noch eine längere Version davon bei youtube, die ihr euch ja mal in einer ruhigen Stunde genehmigen könnt, ist wirklich sehenswert! Hier erstmal:
Making of USA for Africa’s „We are the world“ für Eilige
Ja gut, das Hände schütteln wird nicht gezeigt
Aber ich geh jetzt einfach mal davon aus, dass ich über nur eine Ecke Bruce Springsteen, Stevie Wonder, Lionel Richie, Tina Turner, Michael Jackson und so weiter und so fort, mal abgesehen von Lady Di, Mutter Theresa und so weiter und so fort die Hand geschüttelt hab. Da müsst ihr dran denken, wenn ihr MIR das nächste mal die Hand schüttelt.
Verfasst von aristokitten
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