Den entspannten Sonntagmorgen habe ich heute mal genutzt, um endlich meinen Morrissey-Kurztrip im Mai buchungsmässig einzutüten.
Nachdem ich schon seit Wochen immer wieder die Websites aller möglichen Airlines gecheckt und tausend Varianten im Kopf durchgespielt habe, bin ich jetzt trotzdem bei der ungeliebtesten, aber leider einzig machbaren Möglichkeit geblieben: Ich fliege mit Ryanair, oder Schweine-Air, wie ich sie gerne nenne.
Die locken einen mit Angeboten wie „NUR 10 EURO PRO FLUG; JETZT BUCHEN!!!!!!!!“ von der Homepage zum Buchungsformular, wo man dann feststellt, dass man letzten Endes doch 50 Euro für Hin- und Rückflug bezahlt. Soweit so gut, das ist für mich noch nicht der Aufreger. Des Pudels Kern liegt für mich in den 30 Euro, die man fürs Handling des Gepäcks drauflegt sowie in den 10 Euro für die Kreditkartenbuchung, die so geschickt im Kleingedruckten versteckt werden, dass sie einem erst mit der Buchungsbestätigung auffallen. Ich dachte, so was sei mittlerweile verboten?!?
Bei einer normalen Airline würde man sich ja über einen Flugpreis von unter 100 Euro für die Strecke nach London wie Bolle freuen. Das Problem ist aber, dass man ja bei der Schweine-Air immer noch wie Vieh abgefertigt wird, sich mit englischen Social Housing-Opfern um einen Fensterplatz kloppen, das rotzige Personal ertragen und im Zweifelsfalle mehrstündige Verspätungen in Kauf nehmen muss.
Um wenigstens davon das Schlimmste abzufedern, hab ich noch 6 Euro für bevorzugte Behandlung draufgelegt und rechne nun damit, zwar immer noch wie ein Viech behandelt zu werden, aber zumindest wie ein dickes, fettes und besonders köstliches Viech. Grrrrr.
Ich lande also am 20. Mai um etwa 9.30 Uhr (wahrscheinlich wird’s wieder eher 12.30) in Stansted. Dort hole ich zunächst den Mietwagen bei Alamo ab, die den von Schweine-Air verursachten Wutstau wieder etwas gutmachen: Als Nutznießer eines Presseausweises bekomme ich dort 30 % Rabatt und zahle nun für 5 Tage gemieteten Kleinwagen noch mal knapp 100 Euro – das nenn ich mal Preis-Leistungs-Verhältnis!* Auf die Idee mit dem Mietwagen verfiel ich, nachdem ich mal hochgerechnet habe, was mich die Zugfahrten nach Haywards Heath und schließlich nach Manchester und zurück gekostet hätten – die British Rail ist ähnlich teuer wie die Deutsche Bahn, im Gegenzug aber so unzumutbar wie Schweine-Air. Für jemanden mit echten Reiseplänen also keine Option.
Ich fahre dann an dem Tag, einem Mittwoch, zunächst mal nach Sussex zu meinem Bruder und seiner Familie. Dort übernachte ich und fahre dann am Donnerstag nach Manchester, mit Zwischenstop auf halber Strecke, um in Rugby meine ehemalige Londoner Mitbewohnerin zu treffen. In Manchester angekommen dann Mozzy-Konzerte kucken am Freitag und Samstag (zwischendurch neu einkleiden auf der Market Street *gg*), am Sonntag gegen Abend zurück nach Stansted. Um ein paar Stunden Schlaf zu kriegen, werde ich mir wohl noch ein B&B für eine Nacht mieten – ich muss nämlich am Montag Morgen um ca. 5.00 Uhr einchecken… das war aber leider die einzige Möglichkeit, um Montag wieder arbeiten zu können und nicht fünf Gazillionen Euro für einen Rückflug am Sonntag zahlen zu müssen.
Am Montag ab 10.00 werde ich also (hoffentlich) wohl behalten an meinem Schreibtisch sitzen. Im Vergleich zu Morrissey-Reisen in meinen besten Zeiten ist das der reinste Luxus-Trip, also mach ich mir keine Sorgen.
Elsbesen und Frank-Man sind auch dabei, sowie natürlich die ortsansässige Svenja und ein Haus voll kunterbuntem Besuch aus ganz Europa. Wie immer eigentlich.
Freu mich.
*Eine Aussage, mit der ich dann meiner Schuldigkeit auch Genüge getan hätte – die geben ja schließlich nicht umsonst Journalistenrabatte…