Der Countdown läuft

November 12, 2009

In vier Tagen geht’s los auf Morrisseytour! Woohoo! Kick-Off in Berlin am Montag, Dienstag Hamburch, Mittwoch off-day in Hamburch, Donnerstag Düsseldorf, Freitag München. Super-Programm.

Mir ist aufgegangen, dass ich schon ewig nicht mehr so getourt bin. So mit richtig Strecken fahren und zwischendurch Hotels. Als ich das letzte Mal viele Gigs am Stück gesehen hab, waren wir in Manchester stationiert und sind immer so sternförmig ins Umland gefahren (Liverpool, Bradford, Leeds, Birmingham etc.). Und als ich das letzte Mal noch so richtig „mit“ auf Tour war, hat das Ganze auch noch auf anderem Niveau stattgefunden: National Express Busse, Nickerchen in Wartehallen, McDonalds-Mahlzeiten und schimmelige Jugendherbergen. Hauptsache, das Abendprogramm stimmt (oh süße Jugend!). Diesmal übernachten wir auf halber Strecke zwischen Düsseldorf und München im Schloßhotel *lol*.

Touren ist immer anstrengend, aber zum Glück sind wir zwar alle älter, jedoch nicht so alt dass uns sowas gleich aus den Latschen haut. Mir ist es ohnehin wichtiger, mal meinen Kopf für eine Woche rauszukriegen, und dafür ist Touren einfach am besten. Danach geht es noch mal mit neuer Energie in den Endspurt 2009. Liegt noch so einiges an bis Weihnachten.

Other random thoughts: Der Tod von Robert Enke hat mich, wie viele andere auch, echt traurig gemacht. Ich könnte nicht behaupten, dass ich ihn früher viel wahrgenommen hätte, aber diese Lebensgeschichte ist einfach sehr berührend. Zudem tut es mir für Elsbe sehr leid, die ein echter Fan ist. Ich hab mich am Dienstag Abend mal wieder unsagbar aufgeregt über ein paar eiskalte Kommentare bei Twitter und mich zum xten Mal gefragt, ob ich in solchen Momenten nicht einfach zu sensibel für das Internet bin und diesem Schlachtfeld dann lieber fernbleiben sollte. Vielleicht schaff ich es ja nächstes Mal. Es ist ja nicht so, als würde es mir oder sonstwem helfen, mich mit solchen Idioten anzulegen.

Die Sache mit der Rentenversicherung hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, alles gut. Dafür wollen jetzt alle wieder an mein Geld, ich kriege täglich Anrufe von diversen Partnern, Banken, Versicherungen mit Riiieeesen-Anlageideen. Ihr könnt mich mal alle gepflegt in Ruhe lassen, ich hab schon ALLES. Wirklich, ALLES. Rürup, Riester, RisikoLeben, Direktversicherung, Fondstüdelütt und Eigentumswohnung. Was noch übrig bleibt, wird sinnvoll angelegt – in Sex, Drugs and Rock’n'Roll. Und Bier. Und Zigaretten. Gleich nächste Woche.

Nur noch 5 Wochen bis die Katzis kommen! Bin so aufgeregt! Hab schon Futternäpfe gekauft :-)


Heute vor 10 Jahren…

Oktober 14, 2009

…durfte ich das erste Mal Auge auf und Hand an den leibhaftigen, auf der Bühne stehenden Morrissey legen.

Im Rahmen der „Oye Esteban“-Tour spielte Monsieur ohne Platte, ohne Plattenvertrag, ohne Verlag, ohne alles in ausverkauften Hallen quer durch Europa. Und am 14. Oktober 1999 im Kölner E-Werk. Meine morrisseyeske Entjungferung, wenn man so will.

Ich weiß es noch wie heute – es war ein kalter, klarer, sonniger Herbsttag. Vergleichbares Wetter – so wie jetzt gerade -  ruft in mir noch heute diese Aufgeregtheit und gespannte Erwartung jener Tage wach, so als würde sich das Tor zu einer neuen Welt öffnen.

Es war der Beginn einer wunderbaren Reise and my life just hasn’t been the same since….Morrissey hat viele gute und dauerhafte Freunde in mein Leben gebracht, eine große Liebe, fantastische Reisen, denkwürdige Erlebnisse, bahnbrechende Erkenntnisse über das Leben, das Universum und den ganzen Rest, emotionale Hochs und Tiefs wie sonst fast gar nichts. Ich kann mit aller Ernsthaftigkeit behaupten, dass ich nicht die wäre, die ich heute bin, wenn er nicht in mein Leben getreten wäre.

Heut Abend trink ich auf unser 10-jähriges…:-)

*Mizzie (heart) Mozzy 4ever*


Wenn der Ruf erklingt

September 12, 2009

Eigentlich sah ich mich schon fernab vom grauen November am Strand von Esquinzo liegen. Buch vor der Nase, einen kühlen Drink anbei, Sonne auf dem Bauch. Wärme tanken bevor es hier ein halbes Jahr dunkel wird.

Aber es gibt ja mehrere Formen von Wärme – Meister Morrissey hat eine weitere Deutschland-Tour angekündigt und so lasse ich Fuerte Fuerte sein und werde meine Herbsturlaub mal wieder in Franks Auto, zwischen schwitzenden Körpern eingeklemmt und mit Boz an diversen Bars verbringen.

Und es wird herrlich sein :-) *

Tourdates:

16.11. Berlin, Tempodrom

17.11. Hamburg, CCH 1 (WTF!!)

19.11. Düsseldorf, Philipshalle

20.11. München, Tonhalle

*Da der Alte ja die Tendenz hat krank zu werden und Shows abzusagen, werde ich vorsichtshalber mal einen Blick auf den last-minute-Reisemarkt haben.

Mizzie goes to dear old blighty pt 2

August 1, 2009

Jaja, ich weiß….endlich! Eigentlich war der Film schon vor meiner Abreise nach Norwegen fertig, deswegen wundert euch bitte nicht über den Abbinder, in dem ich erzähle dass ich jetzt in den Urlaub fahre. Aber er war zu klein gerechnet und deshalb konnte ich die Aktion nicht nochmal starten vor meiner Abreise…

Anyway…dieser Teil mag nicht für jeden spannend sein – dafür ist er ein besonderes Schmankerl für alle Indie- und besonders Morrissey-Fans. Wir machen eine kleine Sightseeing Tour durch Manchester, die Heimatstadt des Indie Pop, wir besuchen den berühmten Salford Lads Club, Morrissey’s alte Hood, machen einen Ausflug auf die Saddleworth Moors und zu guter Letzt gibt es das obligatorische Besäufnis.

Ich bin jetzt mitten im Umzug (auch davon gibt es natürlich irgendwann einen Film). Es wird aber trotzdem nicht ganz so lange dauern, bis der Norwegen Film kommt. Schätze, übernächste Woche.

Nu erstmal viel Spaß mit dem Abstecher nach En-ger-land.


Mizzie goes back to dear old blighty, pt 1

Juni 10, 2009

Ich hab’s endlich geschafft – anbei die Filmversion meines kleinen Reiseberichtes von dem kürzlichen England-Kurztrip. Und heute lernen wir sogar was: Nämlich, wie eine Waldorfschule in England aussieht, dass alle Engländer dem Wahnsinn anheim fallen, sobald sie im Auto sitzen (schwerpunktmässig auf den engen Straßen des Südens), und warum die Nachricht, dass Red Bull seine Cola vom Markt nehmen musste eine echte Katastrophenmeldung für mich war…

Außerdem bekommt ihr einen Eindruck von Morrissey – ich habe ein paar schöne Momente vom grauhaarigen Kasperkopp eingefangen und womöglich könnt ihr ansatzweise verstehen, warum ansonsten intelligente, halbwegs vernunftbegabte und abgeklärte Menschen wie Elsbe und ich diesem Mann lebenslang verfallen sind. Ja nee, gut, werdet ihr nicht. Und ja – bevor einer nölt: Mit der Bildqualität des Konzertmitschnitts werde ich sicherlich keinen MTV-Preis gewinnen, aber darum ging es ja auch nicht… Es ging darum, einen ganz kleinen Einblick in die Leidenschaft, den Wahnsinn, den Rausch eines Morrissey-Konzertes zu geben.

Freitag ist übrigens schon wieder eins – in Berlin :-)

Und nu, wie immer – viel Spaß! Teil 2 kommt…naja irgendwann, wenn ich Zeit dazu hatte.

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Strangeways, here we come

Mai 25, 2009

Wow…zum ersten Mal an diesem Tag Ruhe. Zum ersten Mal seit Tagen Ruhe.

Die Reise war mal wieder all it was cracked up to be… eine schöne Zeit mit Freunden gehabt, Zeug geshoppt, Eindrücke genossen, ganz viel gelacht…und zwei wunderbare Morrissey Konzerte gesehen. Ich bin immer wieder dankbar dafür, dass der Alte uns dieses Refugium schafft – Tage auf Morrissey Tour sind Tage außerhalb von Raum und Zeit, irgendwie… Auf Morrissey Tour zählt nur das, was sich innerhalb dieses kleinen Kosmos abspielt. Alles andere bleibt draußen. Ich kenne Leute, die sich in dieser Welt so verfangen, dass sie in der wirklichen Welt nicht mehr klarkommen. Das würde ich nicht wollen…aber immer mal so ein paar Tage abtauchen gibt Kraft für den Rest.

Also…schön, dass wir Morrissey haben. Ich würd’s ihm ja gern mal sagen, aber welche Worte könnte ich schon finden die er nicht schon eine Million Mal gehört hat? Ich glaub er weiß schon, was er seinen Kindern bedeutet. Am Freitag Abend – seiner Geburtstags Show – hat er an einer Stelle, als der Wahnsinn in der Mosh Pit seinen Höhepunkt erreichte und das wild brausende Meer aus Armen, Schweiss und glänzenden Augen vor ihm wogte, weit die Arme geöffnet und mit einem, wie Elsbe berichtete, wahrhaft entzückten Gesichtsausdruck „my children!“ gerufen. Wunderbarer Moment. Er kann genau so wenig ohne uns wie wir ohne ihn. Irgendwann wird er aufhören, aber daran mag ich noch gar nicht denken. Es ist einfach zu schön, sich ab und zu noch mal wie 16 fühlen zu dürfen.

Was war noch? Unsere Freundin Svenja, die uns ein paar Tage Heimstatt bot (immerhin 8 Leute insgesamt), hat vier Katzen. Was die für einen Lärm machen können! Bevorzugt natürlich nachts und begünstigt durch die erhöhte Materiallebendigkeit englischer Bausubstanz. Trotzdem süß…eine davon hat immer bei mir unter der Decke geschlafen wie eine pelzige Wärmflasche. Und der Entschluss steht nun fest: In der neuen Wohnung gibt’s zwei Katzen. Also bei Mizzie demnächst qualifizierten Katzen-Content.

Die überschäumende Schönheit englischer Landschaften im Frühling macht mich immer wieder sprachlos. Und davon hab ich ja nun genug gesehen innerhalb der 700 Kilometer, die ich abgerissen habe. Ob nun das Dschungelgrün und die sanften Hügel von Sussex oder die rauhe, kantige Schönheit des Nordens… zu schön. Vielleicht überleg ich mir das doch noch mal mit Südfrankreich und opte lieber für eine kleine Cottage in der Nähe des Meeres in Südengland. Für später, wenn ich mit Bücher schreiben anfange. Inspiration ist in jedem Winkel dieser Landschaft.

Natürlich hab ich auch diesmal wieder Filmmaterial eingefangen, allerdings diesmal eher spärlich. Ich werde trotzdem versuchen, was nettes, kleines zusammenzuschneiden. Vielleicht über Pfingsten. Dafür gibt’s dann zusätzlich auch bald den Autostadt-Film, am Donnerstag hol ich nämlich das Spaßmobil ab.

Also, stay tuned. Dann seht ihr’s, den Mayhem eines Morrissey Konzertes und die entzückende Schönheit von England.


Take me back to dear old Blighty

Mai 19, 2009

Erich is fröhlich und auch ein bißchen aufgerecht…
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Er war zwar noch nie mit auf einer Morrissey-Abenteuerreise, aber ich hab ihm alles darüber erzählt und auch Fotos von 2004 gezeigt, als sein Cousin Erich (der von Corinna) mit war, um mit uns Morrissey’s 45sten zu feiern. Nun wird der gute Mann schon 50 und wir sind dabei. Onkel Frank, Tante Elsbesen, Cousin Erich und wir alle besuchen Tante Svenja. Außerdem kommen die bekloppten Spanier und noch irgendwelche anderen Leute aus ganz Europa. Runder Geburtstag vom alten Mozzy, das lässt sich doch keiner entgehen.

Und so ist der Reiseverlauf:

  • Tag 1: Morgen um 6.00 seeeechs Uhr sammeln wir meine Mama/Oma in Raisdorf auf und heizen nach Lübeck. Da ich – being Mizzie – den Abholzettel für die Konzerttickets im Büro vergessen habe, müssen wir noch mal in Bad Segeberg halten. Das liegt aber zum Glück eh aufm Weg. Um 7.15 sind wir mit N1, also Erich’s Großcousine, verabredet. Dann fliegen wir mit Schweine-Air nach Standsted, holen bei Alamo das Auto ab und besuchen meinen Bruder, Onkel Stevie, und seinen vielköpfigen Anhang. Zwischendurch unbedingt Mittagsschlaf. Abends dann Wein trinken und Geschichten erzählen.
  • Tag2: Jetzt sind Erich und ich erstmal auf uns gestellt. Wir fahren mit dem Auto gen Manchester, halten aber zwischendurch noch mal in Rugby und besuchen meine Freundin Susy, mit der ich in London zusammen gewohnt hab. Fast 10 Jahre nicht gesehen, große Freude! Dann geht’s weiter nach Manchester, da treffen wir Tante Besen und Erich und gehen erstmal shoppen, was das Konto hergibt und was in die Tasche passt (klingt wie ein Witz? ich wünschte, es wäre so…). Abends dann feierliches Wiedersehen der ganzen Bande zu Hause bei Svenja. Wein trinken (oder Bier) und Geschichten erzählen.
  • Tag 3: Keine Ahnung, was wir tagsüber machen…erfahrungsgemäß kuckt man früh erstmal, was so an der Halle los ist. Wahrscheinlich stehen die ersten schon seit ein paar Tagen da. Wir checken die Lage, freunden uns mit den hartnäckigsten Frühanstehern an um dann gemütlich in die Stadt abzuzwitschern und es lustig zu machen. Abends kehren wir dann zu unseren neuen Freunden zurück und lassen uns von ihnen nach ganz vorne an den Bühnenrand schieben. Da feiern wir dann mit Morrissey Geburtstag und versuchen hinterher, uns in bewährter Manier auf die dazugehörige Party zu schleichen. Alternativ Wein (oder Bier) trinken und Geschichten erzählen.
  • Tag 4: Siehe Tag 3, allerdings ohne die Geburtstagsparty.
  • Tag 5: Wir schlafen ganz lange. Dann genau so lange frühstücken und noch ein wenig die nette Gesellschaft genießen. Dann verabschieden wir uns schweren Herzens, und fahren mit Tante Besen und Erich erstmal nach Shropshire. Dort besuche ich die Familie, bei der ich vor 273 Jahren während eines Schüleraustausches das erste Mal längere Zeit in England verbracht habe. Die hab ich fast 20 Jahre nicht gesehen, whoa! Facebook sei Dank… Tante Besen und die Erich’s lad ich so lange am Pub ab. Danach fahren wir weiter, immer gen Südosten, Richtung Essex. Da treffen wir wieder meine Ma und N1 und übernachten in einem B&B.
  • Tag 6: Wir nehmen um 6.00 seeeeeechs Uhr den Flieger nach Lübeck. Von da aus direkt an den Schreibtisch. Mit Spättermin von 20.00 bis 22.00 Uhr noch am selben Abend. Puh.

Aber nützt ja nix… Bestimmt sind wir so bis zum Hals voll mit Rest-Adrenalin und schönen Erlebnissen, dass es uns überhaupt nix ausmacht.

Hab die Video-Cam dabei, is klar, nech? Mal kucken, ob ich so viel mitnehmen kann wie in Norwegen, immerhin ist England um einiges dichter besiedelt und womöglich ist es mir eher mal peinlich, wie ein Psycho mit meiner Kamera zu sprechen. Kucken wir dann.

Tüss ersma und vermisst uns!


Viva la vida

Mai 18, 2009

Mein Song des Jahres 2008 mal ganz anders – süß, oder?

Ja gut, ein paar von denen haben eindeutig zu viel MTV und Castingshows gekuckt…trotzdem, so schön gemacht. Wen das kalt lässt, der ist doch schon tot.

Bei der Gelegenheit hab ich mir mal die Tabs von „Viva la vida“ angekuckt und festgestellt dass es – wie alle wirklich großen Songs – auf einer babyeierleichten, sich ständig wiederholenden 4-Akkorde-Struktur beruht, nur an einer Stelle mal unterbrochen von einem h-moll. Ergo – das kann ich auch! und ab sofort wird der Titel in einer dieser sehr ähnelnden Version in mein Standardrepertoire aufgenommen.

Nur noch 2 Tage bis Abflug, woohooo! Und nur noch 4 Tage bis das alte, faltige Ding auf der Bühne steht und mit uns – seinen Liebsten – seinen 50sten feiert! Was schenk ich bloß?!?

Schön, wenn man trotz aller Verpflichtungen und dem Gewicht der Welt auf den Schultern ab und zu noch mal die Flügel strecken kann…


The Rise and Fall of the Smiths

April 6, 2009

Ich bin ein großer Fan von Band- und Künstlerbiographien, in Buchform genau so sehr wie als Film. Im Zuge der Vorbereitung für meinen wunderbaren Trip nach Manchester zu Morrissey und meinen Freunden, in einen eigenen Kosmos, der leider nur noch einen kleinen Teil in meinem Leben einnahmen kann, bin ich über diese wunderbare BBC-Doku über The Smiths gestolpert, die ich noch nicht kannte: Bandmitglieder, Weggefährten und und Zeitgenossen versuchen, den Finger draufzulegen.

The Rise and Fall of the Smiths – BBC - ca. 30 min.

Jetzt weiß ich auch wieder, warum ich diese schwarzen, klobigen Kassenbrillengestelle so toll finde…muss meins auch mal wieder ausgraben.

Ich liebe diese mystische Aura rückblickender Erzählungen, wenn Leute versuchen, Worte für Phänomene zu finden, die letztlich nur darauf gründeten dass die richtigen Leute mit dem richtigen Geist zur richtigen Zeit aufeinander trafen, und mit Hilfe des göttlichen Funkens oder kosmischer Strahlung oder watt eine Welt schaffen konnten, die ihre eigene Existenz lange überdauern würde. Das und nichts anderes ist Morrissey und Johnny Marr seinerzeit gelungen – in einer Form, die Morrissey allein, so sehr ich ihn auch verehre, nur noch reflektieren, nicht aber mehr selbst ausstrahlen kann. Und der bittere Nachgeschmack der Tatsache, dass Morrissey mit dem Arsch runterriss, was alle vier Jungs mit den Händen aufgebaut hatten, wiegt schwer.

Wow watt bin ich heute poetisch druff, oder? Da war’s dann aber auch schon mit Superlativen, die mir einfallen…

Hier versucht’s noch mal jemand anders – ausgerechnet der einen Hälfte meines Erzfeind-Bruderpaares, Noel Gallagher, gelingt es, eine halbseidene Erklärung für das Phänomen Smiths und seine Bedeutung für die Musikgeschichte zu finden. Zitat: „You can’t really sumn that geezer up in a nifty sentence“… das stimmt, aber trotzdem ganz schön gesagt, das eine oder andere…

Noel G. talks about the Smiths

Nur noch sechs Wochen und ich bin wieder da, wo alles begann…:-)


Ich packe meinen Koffer

April 5, 2009

Den entspannten Sonntagmorgen habe ich heute mal genutzt, um endlich meinen Morrissey-Kurztrip im Mai buchungsmässig einzutüten.

Nachdem ich schon seit Wochen immer wieder die Websites aller möglichen Airlines gecheckt und tausend Varianten im Kopf durchgespielt habe, bin ich jetzt trotzdem bei der ungeliebtesten, aber leider einzig machbaren Möglichkeit geblieben: Ich fliege mit Ryanair, oder Schweine-Air, wie ich sie gerne nenne.

Die locken einen mit Angeboten wie „NUR 10 EURO PRO FLUG; JETZT BUCHEN!!!!!!!!“ von der Homepage zum Buchungsformular, wo man dann feststellt, dass man letzten Endes doch 50 Euro für Hin- und Rückflug bezahlt. Soweit so gut, das ist für mich noch nicht der Aufreger. Des Pudels Kern liegt für mich in den 30 Euro, die man fürs Handling des Gepäcks drauflegt sowie in den 10 Euro für die Kreditkartenbuchung, die so geschickt im Kleingedruckten versteckt werden, dass sie einem erst mit der Buchungsbestätigung auffallen. Ich dachte, so was sei mittlerweile verboten?!?

Bei einer normalen Airline würde man sich ja über einen Flugpreis von unter 100 Euro für die Strecke nach London wie Bolle freuen. Das Problem ist aber, dass man ja bei der Schweine-Air immer noch wie Vieh abgefertigt wird, sich mit englischen Social Housing-Opfern um einen Fensterplatz kloppen, das rotzige Personal ertragen und im Zweifelsfalle mehrstündige Verspätungen in Kauf nehmen muss.

Um wenigstens davon das Schlimmste abzufedern, hab ich noch 6 Euro für bevorzugte Behandlung draufgelegt und rechne nun damit, zwar immer noch wie ein Viech behandelt zu werden, aber zumindest wie ein dickes, fettes und besonders köstliches Viech.  Grrrrr.

Ich lande also am 20. Mai um etwa 9.30 Uhr (wahrscheinlich wird’s wieder eher 12.30) in Stansted. Dort hole ich zunächst den Mietwagen bei Alamo ab, die den von Schweine-Air verursachten Wutstau wieder etwas gutmachen: Als Nutznießer eines Presseausweises bekomme ich dort 30 % Rabatt und zahle nun für 5 Tage gemieteten Kleinwagen noch mal knapp 100 Euro – das nenn ich mal Preis-Leistungs-Verhältnis!* Auf die Idee mit dem Mietwagen verfiel ich, nachdem ich mal hochgerechnet habe, was mich die Zugfahrten nach Haywards Heath und schließlich nach Manchester und zurück gekostet hätten – die British Rail ist ähnlich teuer wie die Deutsche Bahn, im Gegenzug aber so unzumutbar wie Schweine-Air. Für jemanden mit echten Reiseplänen also keine Option.

Ich fahre dann an dem Tag, einem Mittwoch, zunächst mal nach Sussex zu meinem Bruder und seiner Familie. Dort übernachte ich und fahre dann am Donnerstag nach Manchester, mit Zwischenstop auf halber Strecke, um in Rugby meine ehemalige Londoner Mitbewohnerin zu treffen. In Manchester angekommen dann Mozzy-Konzerte kucken am Freitag und Samstag (zwischendurch neu einkleiden auf der Market Street *gg*), am Sonntag gegen Abend  zurück nach Stansted. Um ein paar Stunden Schlaf zu kriegen, werde ich mir wohl noch ein B&B für eine Nacht mieten – ich muss nämlich am Montag Morgen um ca. 5.00 Uhr einchecken… das war aber leider die einzige Möglichkeit, um Montag wieder arbeiten zu können und nicht fünf Gazillionen Euro für einen Rückflug am Sonntag zahlen zu müssen.

Am Montag ab 10.00 werde ich also (hoffentlich) wohl behalten an meinem Schreibtisch sitzen.  Im Vergleich zu Morrissey-Reisen in meinen besten Zeiten ist das der reinste Luxus-Trip, also mach ich mir keine Sorgen.

Elsbesen und Frank-Man sind auch dabei, sowie natürlich die ortsansässige Svenja und ein Haus voll kunterbuntem Besuch aus ganz Europa. Wie immer eigentlich.

Freu mich. :-)

*Eine Aussage, mit der ich dann meiner Schuldigkeit auch Genüge getan hätte – die geben ja schließlich nicht umsonst Journalistenrabatte…