Ein ganz normaler Ikea-Besuch

November 29, 2008

Ich hab mich tatsächlich an einem Samstag, noch dazu vier Wochen vor Weihnachten, ins Getümmel unser aller Lieblings-Schwedenshop getraut…

Wunderbares Zeug wieder nach Hause geschleppt: Schwarz-weißes Asiageschirr, so kleine Sojasaucenschälchen, Besteck, Müslidose, Kaffeedose, Vase, Kerzen, Tischsets, Leuchtturm-Bild, Badezimmerteppich, Laterne, Salatbesteck, Thermoskanne, große Teelichter, Wand-Tattoos, Geschenkpapier, Geschenkband, Weinregal …und…äh… warum war ich noch mal da?

Ach ja. Schuhschrank. Keinen gefunden.

So normal war dieser Ikea-Besuch übrigens doch nicht – und ich rede nicht davon, dass es angesichts des Pre-Weihnachts-Samstages mördervoll war, denn das ist es ja immer. In einer der Modellküchen wurden Kekse gebacken (ich dachte immer, das wären alles Atrappen) und im Grabbelmarkt wurde ich beinahe von einem Weihnachtsmann in einem Elektroauto überfahren. Dafür hab ich dann allerdings einen Keks bekommen. Und zum ersten Mal seit ewig hab ich mein traditionelles Ikea Hot-Dog ausgelassen (immerhin eins der zwei Fleischprodukte, die ich esse) – denn da war es nun wirklich zu voll. Das sah aus wie eine Flüchtlingslagerspeisung, ehrlich.

Und ja, die Zeiten ändern sich, die Geschmäcker halt irgendwie auch: Das Morrissey-Poster, das mich  fast 10 Jahre begleitet und an eins meiner ersten Konzerte erinnert hat, wurde heute zu Gunsten des  formschönen Leuchtturmbildes abgehängt. Irgendwie bin ich jetzt zu groß für Poster, find ich, selbst wenn sie gerahmt sind. (Außerdem, hihi – so passt jetzt auch noch der Zimmerkamin drunter, den ich mir kaufen will…). Aber als Entschädigung wird jetzt das verbleibende Moz’n'Johnny-Bild, das ja eher Gemäldecharakter hat, von den neuen Wandtattoos eingerahmt. Ich reiche demnächst mal Fotos nach in einem neuerlichen Deko-Special.

Von den Strapazen erhol ich mich jetzt erstmal mit schwedischem Glühwein und schwedischen Keksen. Von meinem neuen schwedischen Asia-Geschirr.


Det hättse jetz nich jeglobt, hättset nich jesehn

Oktober 20, 2008

Also, ich war ja am Wochenende mit Celia in Berlin und wollte doch mal ein wenig berichten…

Um Freitag frei machen zu können, musste ich mal wieder um 5.00 Uhr aufstehen um zumindest das Nötigste zu erledigen. Um knapp 10.00 Uhr sammelte uns dann unser Chauffeur (danke noch mal, Dubinski ;-) ) vor unseren Haus- bzw. Bürotüren auf und übergab uns am Hauptbahnhof vertrauensvoll in die Hände der Deutschen Bahn.

Nicht lange nach Abfahrt wurde die erste Flasche Prosecco geöffnet. Zudem haben wir uns intensivst mit meinem kleinen bayrischen Freund beschäftigt und so verging die Fahrzeit bis Berlin wie im Flug.

Das Hotel Relexa in der Anhalter Straße war die große Überraschung – angesichts des Preises hatte ich wenig über Jugendherbergsstatus erwartet, aber der Schuppen entpuppte sich als gefühlter 5-Sterne-Palast. Sehr zu empfehlen. Um 18.00 wurden wir von Berliner Freunden aufgesammelt und zogen los. Eine Pizza Modell „Wagenrad“, viel Bier und eine lustige Taxifahrt später landeten wir in der Bar Felix, auf der Rückseite des Hotel Adlon.

Auf den ersten Blick ein wirklich sehr schicker, stylischer und cooler Laden. Die Hostess ließ uns an der Bar Platz nehmen, da wir keinen der zahlreichen Tische reserviert hatten. Das Ambiente ließ auf Promi-Spotting hoffen. Nachdem wir etwa eine Stunde gesessen hatten, gelüstete alle Mann nach einer Zigarette und das heißt heutzutage natürlich auch in Berlin: Wieder anplünnen und raus… Auf dem Weg zurück wunderten wir uns schon über das Einlassritual, das wir plötzlich durchlaufen mussten.

Und bevor wir es richtig bemerkten, war dieser anfangs schicke, stylische Laden mit hunderten von Minderjährigen bevölkert. Es ist unserer Reisegruppe „zwischen 30 und 40″ zu verdanken, dass der Altersdurchschnitt bei ü18 lag. Wir stellten nach einiger Zeit das eigene Gespräch ein und sahen uns nur noch höchst amüsiert dieses Schaulaufen an. Nicht nur das aufgeregte, prätentiöse Geschnatter von jungen Menschen, die augenscheinlich größtenteils das erste Mal einen großen Club betreten durften, nein, vor allem die Outfits gaben Anlass zu großer Belustigung. Ich resümierte, die sähen alle nach Kik – der Textildiskont aus (so dachten wir – wir wurden am nächsten Tag eines Besseren belehrt… aber dazu später mehr). Also wirklich – stellt euch vor, es ist 1984 und die Cousine aus der DDR ist zu Besuch: Überdimensionierter Goldschmuck, schrilles Make-up, Polyester-Tops oder -Pullis mit un-mög-lichen Mustern, zu enge Hosen und zu kurze Röcke über zu kleinen oder zu großen Hintern und diese unbeschreiblichen Knautschkunstlederstiefel. In braun oder – noch besser – weiß. Auch gern gesehen: Schwarze Strümpfe in weißen Pumps.

Buääääh. Ehrlich. Ich bin froh dass ich heutzutage nicht 20 sein muss.

Nun ja, amüsant war es allemal…zum Glück nahmen wir unseren Absacker (Kölsch!) in der Ständigen Vertretung, deren entspannte und urige Atmosphäre mir sehr viel mehr liegt.

Der nächste Tag wurde einer gesunden Mischung aus Shopping und Kultur gewidmet. Irgendwo auf dem Weg zwischen Friedrichstraße und Museumsinsel kamen wir an einem Telekom-Gebäude mit einer großen Menschentraube davor längs. Mein neugieriger Blick ins Innere bot mir den Blick auf das bienenstockartige Gewusel des Barcamp Berlin. Ich hab ganz kurz überlegt, ob wir als Blogger uns nicht aus Prinzip dazu gesellen müssten. Aber nee, ehrlich, die Sonne schien, die Stimmung war super und die Stadt lud zur Entdeckungsreise, da sollte das Leben draußen ganz klar vor dem virtuellen den Vorzug kriegen.

Wenn man auf der Friedrichstraße unterwegs ist, kann man natürlich als Frau – selbst, wenn man wie ich keine ausgiebige Shopperin ist – einem Besuch in der Galerie Lafayette nicht widerstehen. In der Kosmetikabteilung bin ich gerade noch einer Krakenfrau entkommen, die mir einen verschönernden Vitamindrink für 6 Euro die 200ml-Flasche aufschwatzen wollte. Wir dann hoch in den 2. Stock, Damenmoden – und was sehen unsere blutenden Augen? Schrille, schlimme kik-Mode, hier allerdings von Gaultier, D & G und Co…wirklich, so was trauriges hab ich selten in meinem Leben gesehen. Blusen, die aussehen wie aus dem Rotkreuz-Shop und 500 Euro kosten.

Und zum zweiten Mal an diesem Wochenende war ich heilfroh, kein Fashion Victim zu sein. Alle Mädchen und Frauen, die diese Trends mitmachen werden sich in 10 Jahren Fotos von sich selbst ankucken und nicht wissen, ob sie weinen oder lachen sollen. Tja.

Die coolste Entdeckung des Shopping-Abschnitts war ein Laden UNTER der Galerie Lafayette mit allerlei Designmöbeln und -gadgets zu erschwinglichen Preisen. Ich steh ja auf diese Halbschalen-Space-Ei-Sessel, aber dafür war meine Tasche nicht groß genug.

Nach dem Museumsbesuch machten wir uns auf in die „alte“ Stadt, also Richtung Ku’damm, für mehr Shopping… beim Kaffeetrinken vor der Gedächtniskirche hab ich noch meine Ma angerufen, dann haben wir uns ins KaDeWe zum Sushi-Essen aufgemacht. Mein Handy hab ich das nächste Mal im Bus zur Lichterfahrt gecheckt. Nun gut, checken wollen, es war nämlich nicht mehr da. Irgendwo zwischen Gedächtniskirche, KaDeWe und Tauentzienstraße freute sich mittlerweile ein Finder darüber, denn auf Anruf sprang sofort die Mailbox an.

Ich hab ja einen leichten Hang zur Paddeligkeit, der sich normalerweise aber nicht auf wirklich wichtige Dinge wie Handy, Brieftasche etc. ausdehnt. Ich kann daher nicht beschwören, ob ich’s wirklich verloren habe oder ob es nicht doch jemand aus meiner Hosentasche gezockt hat. Ist aber eigentlich auch unerheblich. Das Handy war nicht wertvoll und ist somit egal. Auch die meisten Kontakte lassen sich mit etwas Mühe rekonstruieren. Leider nicht die diverser B-List und (für mich) A-List-Promis, die ich aus meiner Rock’n'Roll-Zeit noch im Speicher hatte (nicht, dass ich diese Leute je angerufen hätte, nur zum gelegentlichen Angeben halt). Auch nicht die der zwei Typen, die ich immer noch mal….*hüstel*….bei Gelegenheit angerufen habe. Aber gut, die werden denken ich hätte geheiratet oder so was. Und ich will ja auch nicht ausschließen, dass ich irgendwann mal wieder neue Männer kennen lerne.

Aber was echt wehtut, sind die Fotos und Nachrichten – insbesondere Fotos von meinem Vater und Nachrichten, die mir meine lieben Freunde um die Zeit seines Todes herum geschickt haben. Die hatte ich nämlich alle aufbewahrt. Und es macht mich traurig und wütend, wenn ich mir vorstelle, dass irgendein Arschloch diese für mich wertvolle Karte in den nächstbesten Mülleimer geworfen hat.

Aber es hilft nix…. zum Glück war der gute Geist at home (danke mal wieder, Dubinski ;-) ) dabei behilflich, in einer panischen Notrettungsaktion die Karte wenigstens sperren zu lassen. Ich habe also, außer dem ideellen Verlust, kaum einen gemacht. Ist nur ärgerlich.

Trotzdem hab ich mir die Freude an dem Wochenende nicht trüben lassen, denn die schönen Erlebnisse haben allemal überwogen. Die „Lichterfahrt“ im Rahmen des großspurig angekündigten Festival of Lights entpuppte sich einfach als nächtliche Stadtrundfahrt. Drei, vier Gebäude waren extrabunt beleuchtet. Die prägendsten Erkenntnisse aus der Fahrt waren die, dass Berliner allen Gebäuden zwanghaft lustige Spitznamen geben müssen und scheisse englisch sprechen. Als Konsequenz haben Celia und ich den Rest des Abends nur noch denglisch miteinander gesprochen und erlitten beinahe beide einen Milzriss vor Lachen.

Am nächsten Tag haben wir wieder mit den Freunden vom ersten Abend gefrühstückt, aber wie, sag ich euch: Im Tomaso in der Motzstraße, ab jetzt für mich fester Anziehungspunkt, wenn ich in Berlin bin. Das Studium der Frühstückskarte dauerte pro Person so eine halbe Stunde, bis man sich mit sich selbst und seinem Magen geeinigt hatte, wie viel von diesen tausend leckeren Speisen man wohl vertragen würde. Meine Wahl fiel auf einen überbackenen Guacamole-Bagel und Himbeer-Mascarpone- Crepes. Das war mehr als genug, aber vom Appetit her hätte ich mich den ganzen Tag die Karte rauf und runter fressen können. Ganz großes Kino.

Die Rückfahrt verbrachten wir zum größten Teil schweigend, nicht, weil die Stimmung schlecht gewesen wäre, sondern weil wir beide doch recht fertig waren…ich schleppte ja zudem noch ein ziemlich großes Schlafdefizit aus der letzten Woche mit mir rum, dass ich aber aus irgendeinem Grund nicht aufgeholt kriege. Entweder darf ich nicht schlafen, oder ich kann nicht. Tst.

Hab ich eigentlich schon erzählt, dass ich mal ein paar Monate in Berlin gewohnt habe? Nein?

Mach ich mal….demnächst. Is ne schräge Geschichte.


One of those days

Oktober 20, 2008

Oh Mann…ich fühl mich heute einfach nur buäh. Hab seit einer Woche nicht mehr richtig geschlafen, nicht mal der frühmorgendliche Spaziergang ins Büro an diesem strahlenden Herbsttag konnte meine Stimmung aufhellen. Dabei fühl ich mich nicht mal als könnte ich schreien, toben oder heulen, sondern einfach nur….trübe-Tassen-mässig. Decke-übern-Kopf-zieh-mässig. Oder so.

Egal, das wird schon wieder… einen Lichtblick gab es, meine grandiose, schatzartige, neue Lederjacke war in der Post. Neues Leder riecht so sexy! (Und das sag ich als Vegetarier, ähem…). Sieht cool aus, oder??

Und nu schreibt BIDDE nicht in die Kommentare, dass ich nicht so ernst kucken soll. Das geht heute nicht anders. Und kuckt mal, wie käsig ich schon wieder bin, als würde ich seit Monaten unter der Erde leben. Tst.

Die Lederjacke soll laut Preisschild 139,00 Euro kosten – ich hab sie für 80,00 beim ebay-Händler geschossen! Haaaaaa! Den finalen ermutigenden Schubs dazu gab Finja (eine Leidensgenossin mit akuten Shopping-Schüben wie ich) via Twitter . Danke! :-)

Ach und, wichtige Nachricht für Celia – es ist NICHT dieselbe wie deine! :-) Aber womöglich sind sie sich fatal ähnlich genug, dass wir uns doch absprechen müssen zwecks Vermeidung von peinlichem Partnerlook.

Ich hoffe, bis auf Weiteres jetzt mal nichts mehr übers Shoppen bloggen zu müssen. Zu können. Ja gut, n iPod muss her aber sonst plan ich erstmal nix. Außerdem wisst ihr ja, wie der aussieht. Ach Gott ja und ein neues Handy brauch ich, da mein letztes am Wochenende unter mysteriösen Umständen abhanden gekommen ist. Aber dann is gut, ehrlich.

Für heute zieh ich mich in mein Büroschneckenhaus zurück, heute Abend erzähl ich mal von Berlin. Scheut euch nicht, wieder reinzuschauen denn es kommt nur ganz wenig Shopping in der Geschichte vor.


Happy-End in Dingolfing

Oktober 17, 2008

Ja, da muss man erst in die bayrische Provinz fahren um zu kriegen, was man in Kiel einen halben Tag vergeblich gesucht hat…. aber der Reihe nach.

Gestern hatte ich nun also nen ganztägigen Termin in München. Für meinen einzigen Nicht-Gesundheitskunden muss ich ab und zu mal Außendienst in der Republik machen, in der Regel in der süddeutschen Provinz. Die Freude darüber, mal aus dem Büro rauszukommen währt in der Regel nicht mehr als ein paar Stunden, nämlich, bis der erste Müdigkeitsflash einsetzt.

Der Tag wurde mir etwas durch die Tatsache versüßt, dass die Mietwagenfirma mir eine C-Klasse mit Automatik unter den Hintern klemmte, die ich dann auch im Dauer-Kickdown über die A92 Richtung Dingolfing jagte. Mein nächstes Auto wird auch n Automatik, so viel steht mal fest. Bin ich ja nicht zum ersten Mal gefahren, aber bei so ner Schleuder, die auch sonst alles von allein macht, bringt es richtig Laune. Man braucht nur noch den halben Körpereinsatz und kann endlich mal in Ruhe telefonieren.

Aber Dingolfing, where the hell is Dingolfing? fragt jetzt jeder Norddeutsche. Na, da wo der Navi sagt, dass es ist. Irgendwo in der Nähe von München. Der Ort besteht hauptsächlich aus BMW-Werkshallen, was schon lustig ist in einem Ort, in dessen Namen das Wort „Golf“ drin vorkommt. Ausm Augenwinkel sah ich aber beim Einfahren noch einen Technikmarkt mit verführerischer magentafarbener Werbung. Ein Blick auf die Uhr bestätigte mir, dass ich eine Stunde zu verbummeln hatte. Also, warum nicht?

Ich also rein, süffisantes Lächeln aufgesetzt und nicht viel erwartet. Was können die hier schon groß haben, was in Kiel überall ausverkauft is? Aber nix da: „Joa freili hammer des Angebot. Woalns enna glei mitnehma?“

Mizzie so, total verdattert: „Äh ja…klar…. Sie ham das WIRKLICH?? Ham Sie auch sicher verstanden, was ich will?“

Na ich kürz es etwas ab, so spannend war der Dialog nu auch nicht…. ich hab gleich vor Ort bei der äußerst freundlichen, herzlichen und zuvorkommenden Magentatante, von der sich die norddeutschen Kollegen eine große Scheibe abschneiden können, den Deal unterschrieben und bin mit einem großen Grinsen und einem gaaaaanz kleinen blauen Netbook da raus.

Ja gut, blau..hätt ich mir jetzt nicht so ausgesucht. Ich fand das braune oder anthrazitfarbene schick. Aber andererseits hab ich’s ja in Bayern gekauft.

Und ich habe vor, meinen kleinen bayrischen Freund zu meinem unveränderlichen Kennzeichen zu machen. Ich werde euch dieser Tage mal ein Foto von uns beiden kredenzen, damit ihr uns dann auch erkennt, wenn ihr uns seht.

Und wenn ihr diesen Eintrag lesen könnt, heißt das, dass auch UMTS voll gut funktioniert. Ich bin nämlich in Bärlin für ein Wochenende Tassen hoch mit Celia. Und natürlich gepflegten Kultur- und Architekturgenuß, is klar, wir sind ja keine Steinzeitmenschen.

Oder doch? Das erfahrt ihr nach dem Wochenende.


Abenteuer Shopping – oder: Wie geht noch mal qype, ich hätt da was…

Oktober 15, 2008

Schon wieder geshoppt, böse Mizzie, böse, böse Mizzie…

Dabei fing’s ganz harmlos an: Ich hab mir letztens überlegt, dass ich gerne in Zukunft wieder öfter mit dem Rad zur Arbeit fahren würde. Nächste größere Anschaffung soll also ein niegelnagelneues, schönes Mountain-Bike werden (im Zusammenhang damit hab ich übrigens ein altes, schönes Scott Mountain-Bike in gute Hände abzugeben!). Dann fiel mir ein, nee blöd, wo ich doch jetzt jeden Tag das Laptop hin- und herschleppe wegen Blog und so. Is ein tolles Laptop, aber fürs über die Schulter hängen beim Fahrradfahren eindeutig zu schwer. Hm, was tun?

Da fiel mir dieses kleine Netbook ein, dass ich letzte Woche bei meinen Kieler pl0gbar-Homies neidvollen Auges erblickt habe. So ne kleine Möhre kann man ja quasi in der Hosentasche transportieren. Und da ich ja beruflich doch hier und da mal unterwegs bin, morgen z. B. in München, könnte ich aufm Rückweg nach Hause immer gleich Text oder whatever in die Tasten hauen. Also genau das, wozu diese Dinger erfunden wurden. Was mir das an Zeit sparen würde!

Shopping-Entscheidungen treffe ich ja gerne beherzt, deshalb wurde also…hm…ich glaub Montag der Entschluss gefasst, so ein Ding einzusacken. Das hab ich dann – wie so ziemlich alles – getwittert. Und da sagt Thommy doch glatt: Ja kuck doch mal dieses und jenes, das ist noch besser als das und das. Ich so „oh cool, das gibt’s ja bestimmt gleich unten vor der Tür“. Gleich neben meinem Büro ist nämlich der Shop eines magentafarbenen Telefonanbieterriesen. Kurz gegoogelt – stimmt, alle sagen die Möhre is super. Da kauf ich die doch!

Jacke an, Treppe runter, ums Eck in den Shop. Dort dann gesehen, dass ich das Teil entweder für 499,- kaufen könnte, oder aber es für 1,- hinterhergeworfen kriege, wenn ich einen zweijährigen UMTS-Flatrate-Vertrag für 40,- im Monat unterschreibe. „UMTS…mein Gott…das heißt Internet egal wo ich geh und steh?“ Ich glaub, ich hab die Englein singen hören in dem Moment…

Ein kurzer Anruf beim Steuerberater ergab das erhoffte Ergebnis – die Kosten für so einen Vertrag kann ich als laufende Betriebskosten abziehen, wunderbar. Und als ich da so freudestrahlend auf die junge Verkäuferin zumarschiere und ihr all mein Geld geben will – also, 1 Euro – da schlägt doch glatt wieder das schlechte Beratungskarma zu, das ich manchmal habe…erstmal kannte sie lustigerweise das Angebot nicht, obwohl es groß auf einem Schild direkt vor ihrer Nase prangte. Der Kollege stand gähnenderweise daneben und teilte mir mit, dass man das Netbook eh erst bestellen müsse, man hätte keins da. Ich bräuchte aber heute eines, sagte ich darauf, ob man nicht in anderen Filialen mal nachfragen könne. Erst wurden die Augen verdreht, dann wurde sich langsam vom Stuhl erhoben, dann kurz liebloses Geraschel im Hinterstübchen, so 5 Sekunden lang – dann kommen die wieder raus, und lügen mir kackfrech ins Gesicht „nee, die Kollegen ham auch keins mehr, geht wirklich weg wie nix! Aber wir könn’ gern zu morgen…“

Hab die nicht mal ausreden lassen. ‘Ihr könnt mich gern mal gernhaben’ hab ich gedacht und bin mit dem finstersten nur möglichen Gesicht ohne Verabschiedung, stattdessen mit einer verächtlichen Handbewegung, raus.

Also ehrlich…ich erwarte ja nicht, dass man mir Schampus reicht, wenn ich in einen Laden komme. Aber wenn ich offensichtlich und ohne große Überredungskünste verkäuferseits Geld loswerden will, darf ich doch zumindest hoffen, dass man sein Möglichstes unternimmt, um dieses Selbstgängergeschäft möglich zu machen, oder?

F#*$$ng Servicewüste Deutschland.

Oben im Büro angekommen, hängte ich mich gleich ans Telefon, denn mittlerweile war ich richtig heiß auf das Teil. Drei andere Filialen in zwei Minuten angerufen, dann noch die Helpline des Mutterschiffs. Wie gesagt, schlechtes Beratungskarma: Ich geriet, wenn überhaupt, immer an Leute, die entweder keine Ahnung hatten oder keiner mir bekannten Sprache mächtig waren…wirklich, es war wie verflixt. Dann schließlich ein Treffer – in einer kleinen Filiale in der Kieler Quer-Passage sollte es noch eins geben!

Ich so: „Super, nicht weg geben, bin gleich da!“

Jacke an, Treppe runter, Holstenstraße runter getrabt, freudestrahlend und verschwitzt angekommen…

Damit der Helmi mir eröffnet, er hätte zwar ein Netbook, aber keinen dazu gehörigen Stick und er könne das nur im Bundle verkaufen. Mein Blutdruck, der zu diesem Zeitpunkt ja schon bös hatte leiden müssen, ging nun diesmal endgültig hoch! Und ich fauch ihn an, ob ihm das nicht verdammt noch mal vor 10 Minuten klar war, als wir telefoniert haben und BEVOR ich durch die halbe Innenstadt gerannt bin!!

„Nö“, die knappe und lapidare Antwort. Und da könne er nichts machen, das Kassensystem lasse nicht zu, dass ich den Stick hinterher bestelle.

Ich so (immer noch griesgrämig, aber auch schon leicht resigniert): „Und wann bitte kriegt ihr die rein?“

Er so: „Stündlich…müsste jeden Augenblick einer kommen“

Ich so (tief durchatmend): „Sssssag das doch – dann nehm ich eins und ihr ruft mich an, so bald das hier eintrudelt. Bitte.“

Klar doch, gerne, schreib ma auf usw…. plötzlich ging’s.

Zunehmend fröhlicher verließ ich den magentafarbenen Laden und vernahm sirenengleiche Gesänge aus dem Modegeschäft nebenan. Modegeschäfte haben auf mich zur Zeit eine fatale Wirkung, ihr wisst, es ist Herbst und alles erstrahlt in schwarz und grau. Es zog mich hinein wie den Kahn zum Loreleifelsen. Da war nix zu machen. Ich hab noch kurz überschlagen, was mein Konto angesichts des Berlin-Wochenendtrips noch hergibt, doch das war eigentlich auch schon egal…

Aber das schlechte Beratungskarma ging weiter… dabei frag ich schon kaum jemals was und probier bekanntermaßen auch nix an. Trotzdem wurde ich mehrfach in falsche Abteilungen, treppauf, treppab geschickt. Ich erspar euch die ganze traurige Geschichte. Is auch langweilig.

Trotzdem hab ich mal wieder in einer halben Stunde ein paar komplette Outfits rausgeschleppt – aus Zeitmangel hier nicht am Körper dargestellt, sondern in guter alter Ebay-Manier auf dem Fußboden:

Ganz schick, oder?

Tja, an dieser Stelle hätte ich euch auch gern das neue Familienmitglied für 1 Euro vorgestellt. Aber diese Geschichte hat noch kein Happy-End.

Der hkrmpfprba vom Magentashop hat es sich nämlich anders überlegt, ach nee, kommt doch nicht stündlich und heute schon mal gar nicht mehr. Aaaaber wennse übermorgen…. „DU KANNST MICH ÜBERMORGEN DU ARSCHLOCH!!!!!“

Nein, hab ich nicht gesagt, da bin ich wirklich zu wohlerzogen für. Und zu feige. Stattdessen hab ich noch heute Abend vier (VIIIIEEEER!!!) weitere Shops angerufen, bzw. sogar aufgesucht. Nix, überall weg, die Möhre. Waaaahhhhh!

Also musste ich mich von dem Traum verabschieden, schon morgen mal eben so vom Flughafenbus oder vom Flughafen aus zu twittern. Oder was weiß ich. Mobile Office halt, die MÖGLICHKEITEN!! Aber nein. Wo ich kaum was auf der Welt so sehr hasse wie auf Dinge warten zu müssen, die ich UNBEDINGT haben will.

Das Ergebnis dieser stressigen Tortur war eine wie mit Beton ausgegossene Schulter-Nacken-Partie am heutigen Abend, die ersma jemand in Form kneten musste. Das ist mittlerweile chronisch, wo das bloß noch hinführen soll…aber gut, wenn die Arbeit weiterhin so reinrauscht, kann ich mir demnächst nen Privatmasseur leisten. Oder nen Vollzeit-Haushälter. Der massieren kann. Und kochen. Und so.

Über den Ausgang der Möhren-Geschichte halte ich euch auf dem Laufenden. Jetzt geh ich schlafen, ich muss um 4.00 (um VIIIIEEEER!!!!) hoch. Gnarf.