I (heart) winter

Oktober 16, 2009

Ich gebe zu, das ist neu…und wahrscheinlich hält es auch nur so lange an wie der Kick durch die neue, gemütliche Wohnung.

Aber es is schon mächtig kuschelig da oben… der Fensterplatz ist mittlerweile fertig, und eigentlich warte ich nur noch auf den Ofen. Und der kommt hoffentlich früh im November. Aber dann isses sensationell – auf ner weißen Leder-Chaiselongue liegen, in Felle eingehüllt, prasselndes Feuer im Rücken, n schönen Grog an den Lippen und Blick auf die sturmgepeitschte Kieler Förde…wer würde Winter da nicht mögen?

Mehr noch: Die olle Glotze ist endlich aus dem Schlafzimmer rausgeflogen. Ihren Platz im TV-Regal nimmt jetzt so ein Bioethanol Zimmerkamin ein. Ein offenes Feuer im Schlafzimmer, pornöser geht’s jawohl kaum :-) Zudem macht das Ding richtig warm, schafft locker so 5 Grad mehr im geschlossenen Raum. Sehr wirtschaftlich ist das leider trotzdem nicht, denn das Ding verschmurgelt mal eben 1 Liter Brenngel für 3 Euro pro Abend. Aber – gestern Abend hab ich da so gelegen, Feuer knisterte, richtig schön warm, Hand in der Chipstüte und Krimi vor der Nase – ein Traum!

Jetzt seid ihr neugierig, nech? Ich hab so ziemlich alle Etappen der Wohnungsübernahme, Renovierung etc. auf Film festgehalten…jetzt, wo ich so langsam angekommen bin, werd ich das Teil bald mal zusammenschneiden. Ich sag euch, ich hab da ganz schön was weggestemmt seit Sommer – im wahrsten Sinne des Wortes!

Etwas Geduld noch…


Neues Heim, neue Chancen…

August 17, 2009

…und auch ein paar neue Probleme.

Ich lebe immer noch auf einer Baustelle, aber zumindest bin ich seit heute endlich die zweite Baustelle – die alte Wohnung – endgültig los. Musste den Maler noch ein, zwei mal falten, aber jetzt ist alles gut und übergeben.

Im unteren Teil der Wohnung ist es schon ganz gemütlich, aber über mir sieht es noch aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Das seht ihr natürlich alles, früher oder später – ich will nur die Überraschung nicht vorweg nehmen, wenn ihr in ein paar Wochen die krassen Veränderungen dieser Heimstatt im Zeitraffer in einem Film seht.

Gestern hab ich mir mal die nähere Umgebung angekuckt und bin u. a. den Bootssteg langgelaufen, den man aus allen Fenstern zur Vorderseite sehen kann. Total toll! Man geht etwa 10 Minuten an schaukelnden Segelbooten lang und steht dann quasi mitten in der Förde! Ganz vorne haben sie ein paar Bänke hingesetzt, ein wunderbares Plätzchen zum Sitzen und Sinnieren inmitten von Schiffsverkehr und Möwengeschrei. Gute Wahl.

Der Segelhafen gehört wohl zu den nettesten von Kiel – leider gar keine Infrastruktur, also zumindest so ein Café oder eine Kneipe wär doch nett. Aber weil es das eben nicht gibt, wird der Hafen natürlich von Touristen und Ausflüglern verschont, es gibt eigentlich nur entspannte Locals, vom Hippie auf dem holländischen Plattboot bis zum Millionär auf seiner Nautor’s Swan ist alles dabei.

Eine böse Überraschung gab es heute auch – der Elektriker erfreute mich mit der Nachricht, dass die gesamte Elektrik der oberen Etage mehr als zweifelhafter Natur sei und zudem schon längst nicht mehr zugelassen. Wenn da mal ein Brand ausbricht, würde so nicht mal die Versicherung zahlen. Alles raus, alles neu. Gnarf. Mal eben ein vierstelliger Betrag, der so nicht budgetiert war. Aber gut, so geht’s wohl allen Häuslebauern. Und dank des tollen Handwerkers, den ich aufgetan habe, fühle ich mich trotz der Riesenherausforderung, in meiner Ahnungslosigkeit eine Wohnung renovieren zu müssen, relativ sicher.

Auch Entscheidungen wollen getroffen werden, und zwar solche, die trotz Wandlungssucht und wechselndem Geschmack möglichst lange Bestand haben. Zum Beispiel bezüglich eines Ofens. Aber wozu hab ich ein Blog? Kann ich doch mal kurz ein Meinungsbild einfangen…

Also, für ein Modell hab ich mich schon entschieden, es geht eigentlich nur um die Farbe – also, was meint ihr, lieber den Carillon 4:3 in Zebrano…

carillon_zebrano

…oder in crystal?

carillon_crystal

So rein von der Optik gefällt mir die Zebrano-Ausführung eigentlich besser. Allerdings soll der Schornstein mit einer schwarz-weißen Tapete mit Paisley/Ranken o.ä.-Muster versehen werden und dann steht das Ganze natürlich auf Laminat, und zwar auf Palisander – das ist so mitteldunkel mit Rotstich. Vor diesem Hintergrund könnte das mit dem Holz also auch etwas unruhig aussehen, oder?

Und das letzte, was man von einem Ofen will ist natürlich, dass er unruhig aussieht…die Tendenz geht also  80% zu  „Crystal“  (ich hätte die Farbe ja „Schwarz“ genannt, aber ich bin auch kein italienischer Ofen-Produktmanager), aber ich will gerne mal vorher noch ein paar Meinungen hören…

Könnte noch öfter vorkommen :-) Der Kauf eines Sofas z. B. entpuppt sich als schwere Geburt. Wollte ja gern was loungeiges haben, aber das trägt dann immer gleich einen wichtigen Designer-Namen mit entsprechendem Preisschild…

Also, es bleibt spannend in der Casa del Mizzie und wenn der Film eines Tages fertig ist, werdet ihr sehen warum: Es ist, als sei man bei der Geburt eines Kindes dabei. Nur, dass die Geburt halt ein paar Monate dauert :-)


Entscheidungshilfe

März 27, 2009

Hach…kuckt mal:

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Ich weiß, so sieht es noch nicht so eindrucksvoll aus…aber wir haben ja nun auch noch Winter. Aber das da, das ist die Kieler Förde. Und die Perspektive wäre der Blick aus dem Schlafzimmerfenster meiner neuen Wohnung. Sofern ich denn zuschlage.

Die Wohnung müsste allerdings noch ordentlich umgebaut werden, bis sie so ist, wie ich sie haben will. Und so was kennt man ja…man kalkuliert und leiert der Bank Summe X aus den Rippen, und am Ende isses dann doch Summe Y.

Aber ist das nicht herrlich? Stell euch mal vor, im Sommer…*seufz*

Und kuckt mal, das ist die Gaube im Wohnzimmer:

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Das Fenster ist, wie ihr seht, auf Kniehöhe…hab mir schon ausgemalt, wie ich mir da mit einem Riesenhümpel Sitzkissen  eine Kuschelecke einrichte -  wenn man dann drin versunken ist, kann man nur noch die Förde sehen, sogar ohne diesen Schuhkarton da (ist ein Seglerheim, könnte schlimmer kommen).

Aber die Umbauliste ist mächtig…aus einer Küche muss ein Bad werden, aus einem anderen Bad eine offene Küche, ein weiteres Bad muss renoviert und zwei Wände versetzt werden. Außerdem neue Bodenbeläge in der gesamten Wohnung. Für die perfekte Abrundung, und wenn dann noch Geld über ist, noch zwei zusätzliche Oberlichter.

Mächtig. Allerdings hätte ich dann auch eine Traumwohnung, aus der ich wahrscheinlich nie wieder ausziehen will.

Einen Balkon hat die Wohnung leider nicht – ist mir unbegreiflich, wie man in der Lage ein Haus ohne Balkone bauen kann. Allerdings ist das insofern undramatisch, als dass man auf ziemlich kurzem Dienstwege aufs Dach steigen kann, wie mir der Verkäufer überzeugend demonstrieren konnte.

Ich seh mich da schon sitzen,  im Sommer, aufm Dach, im Sonnenuntergang, mit dem guten Roten und der Genießerzigarette in der Hand…und im Winter in meiner Kuschelecke liegen, während die Lichter vom Ostufer rüberglitzern und hinter mir der Ofen prasselt. Hach.

Ich überleg noch…aber ich denke es wird schon klar, wohin die Richtung geht. :-)

Auf ins D.I.Y.-Abenteuer? Los, sagt mir was ich hören will!


Einer geht noch: Lieblingsgegenstand-Stöcki

Oktober 11, 2008

Schon vor knapp einer Woche vom Penzonator an den Kopp bekommen, präsentiere ich heute endlich dieses Stöcki: Lieblingsgegenstand in der eigenen Wohnung!

Möbel fallen aus, sonst wäre meine Wahl selbst verständlich auf mein Bett gefallen… Fernseher und Kühlschrank erschienen mir zu profan. Dann fiel mein Blick auf das hier, das zuletzt erworbene Objekt eines überzogenen Spontankaufes:

Das ist ein Bosch Ixo, seines Zeichens ein schicker, handlicher und leider auch nicht ganz billiger Akkuschrauber… JA WAS?!

Bei dieser Gelegenheit fiel mir auf, dass meine kranke Faszination für Werkzeug eigentlich mal einen Blogeintrag, wenn nicht gar einen Film wert wäre. Denn, es ist tatsächlich so: Da wo andere Frauen Schuhe kaufen, da kaufe ich Werkzeug. Was aber leider nicht heißen soll, dass ich handwerklich übermäßig begabt wäre. Ich mag einfach die Vorstellung, theoretisch alles selber reparieren zu können, wenn mal die Hütte über mir zusammenfällt. Oder so.

Und ihr so? Lieblingsgegenstand?


Mein neuer Mitbewohner

September 17, 2008

Mein Veränderungswahn hält unvermindert an. Das Wohnzimmer musste diesmal dran glauben: Möbel umstellen, altes Zeug in Keller schaffen, neues (altes) Zeug aus dem Keller rauf.

Obwohl ich solche Dinge – sei es aus Ehrgeiz oder aus Gewohnheit – normalerweise allein erledige, war es diesmal schlicht logistisch unmöglich, denn es gab ein großes Buffet und ein riesiges Regal zu verschieben sowie eine gigantomanische Truhe nach oben zu schaffen. Aber Hilfe ward gewährt und so packten wir es am Montag an.

Da sowohl mein Helfer als auch ich mit unseren Kräften gerne wirtschaftlich umgehen, – sprich – ziemlich faul sind, lautete die Mission, die großen Sachen zu verschieben unter Beibehalten des größtmöglichen Inhalts. Vom Regal haben wir gerade mal die technischen Geräte runtergeräumt, ansonsten wurde alles samt Büchern, DVD’s und Krams drin verschoben. Praktisch. Und deshalb hat die ganze Aktion auch weniger als eine Stunde gedauert.

Das weiße Regal steht jetzt vor der roten Wand – schön, oder??

Nun wurde die Truhe nach oben geschafft, auch das sah wahrscheinlich schlimmer aus, als es wirklich war. Die schöne, alte Holztruhe hab ich mir erst vor ein paar Wochen per Ebay-Kauf angeschafft und sie soll die neue Heimstatt all der sentimentalen Dinge werden, die ich kürzlich aus meinem Elternhaus weggeschafft hab, bevor es aufgelöst wurde. Beim Transport, so dachte ich, hatte es leider zwei Löcher in den Deckel geschlagen. Ein befreundeter Tischler klärte mich aber auf, dass Löcher dieser Art durch eine Käferart entstünde, die in so altem Holz „wohne“. Nun kann ich zwar nicht so gut auf Krabbelviecher, aber wenn man – wie ich – gerne zwischen dem ganzen Ikea-Einheitsbrei mal ein Möbelstück mit Geschichte und Charakter hat, dann muss man mit so was schon mal rechnen. Außerdem versicherte mir mein Tischlerfreund, das sei nicht schlimm – so bald ich die Truhe in der Wohnung hätte, müsste ich nur ab und zu mal auf den Deckel klopfen, das Viech würde nämlich keinen Lärm mögen und dann „ausziehen“. Die Frage „wohin?“ musste unbeantwortet bleiben.

Vor meinem geistigen Auge formte sich das Bild eines Käfers mit aufgeschnalltem Rucksack, der mit einem verschnupften „jetzt reicht’s, ich zieh aus!“ meine Truhe verlässt und in die Dachbalken einzieht. Ich fand die Vorstellung eigentlich sehr lustig.

Noch am Montag übernachtete meine Nichte bei mir  und berichtete mir am nächsten Morgen, dass sie nächtens in meinem Wohnzimmer seltsame Geräusche gehört habe. Sie habe mehrmals das Licht wieder angemacht um die Quelle aufzustöbern, aber dann habe es jedes Mal aufgehört. „Jaaa, das is bestimmt der diabolische Holzkäfer, der seine letzten Mahlzeiten zu sich nimmt“ hab ich noch gewitzelt. Wir resümierten dann, ich solle mich mit dem Viech vielleicht lieber gut stellen und ab und zu ein Schälchen Milch und ein paar Kekse kredenzen.

Seit gestern nun lache ich weniger, da hab ich’s nämlich selbst gehört. Das Viech mag wohl keinen Lärm, weil dieser seinen eigenen Lärm übertönen könnte. Bei den Geräuschen, die dieser „Käfer“ beim essen macht, wundert es mich, dass die Truhe überhaupt noch steht. Vor meinem geistigen Auge hat das Tier jetzt keinen Rucksack mehr, sondern einfach einen riesigen, alles zermalmenden Kiefer.

Ich lass das mit dem Klopfen und schau heute doch mal im Baumarkt vorbei, ob es für solche Fälle nicht eine schöne Chemiekeule zu kaufen gibt. Lieber giftige Dämpfe einatmen als beim Fernsehen von Käfern gefressen werden.

Dies ist übrigens die Heimstatt meines neuen Mitbewohners – wenn Holz reden könnte…


Öööch habe Feuer gemaaacht!

August 10, 2008

Es gibt Dinge, die sollten Frauen einfach unbedingt alleine können, finde ich. Der Aufbau von komplexen Großteilen eines schwedischen Möbelhauses gehört dazu.

Bei mir weht ja gerade mal wieder der Wind of Change. Und da ich mit wechselnden Haarfarben zum Wohle meiner Haarpracht mal wieder vorsichtig sein muss, konzentriert sich meine Veränderungswut auf meine Wohnstatt. Im Anschluss an meine Renovierung vom Freitag (unterbrochen übrigens von Besuchen hier (großartig!) und dort (auch toll!) )  war nun eine teilweise Neumöblierung dran.

Ich finde gerade erst zu einem Wohnstil, bedingt dadurch, dass ich gerade mal seit ca. 2 Jahren genug Geld verdiene, um mir ab und zu mal was leisten zu können. Vorher war immer alles zusammen gesucht, geschnorrt oder stümperhaft selbst gebaut. Aber so langsam fliegt das ganze alte Gerümpel auf die Straße und alle Bits and Bobs, Bücher, DVDs usw. brauchen endlich ein neues Zuhause. Auch mein toller, neuer LCD-Fernseher verdient einen angemessenen Rahmen.

Gesagt, getan – am Samstag Morgen startete ich mit neuer Tatkraft ins nächstgelegene schwedische Möbelhaus und erwarb ein Großregal mit furchterregend vielen Teilen. Dank tatkräftiger Unterstützung (daaanke noch mal, Naningi!) konnte ich das Monstrum mit seinen 90 kg auch in meine Wohnung schaffen. Die großzügig angebotene Aufbauhilfe lehnte ich ab, denn (s.o.), das gehört zu den Dingen, die frau allein können muss.

Bereut hab ich meine Entscheidung auf Alleingang schon…. aber bevor ihr denkt, die Pointe der Geschichte ist die, dass ich heulend meinen Freund angerufen und ihn um Hilfe angefleht habe – voilá, mein Werk:

Es hat schon eineinhalb Stunden gedauert. Und das Hochstemmen der 90 kg hat mir heute Rückenschmerzen eingebracht. Aber ich hab’s geschafft!

Eigentlich ist es ja dank der ausführlichen und multilingualen, da bildsprachlichen, Aufbauanleitungen ganz einfach. Knifflig wird’s immer nur in Momenten, wo man über eine Länge von 1,80 m Holzteile in 10 kleine Holzpenökels gleichzeitig einfädeln muss. Wenn es an der einen Seite drin ist, rutscht es an der anderen Seite wieder raus. In der Regel kann man sich da aber mit Ganzkörpereinsatztechniken ganz gut behelfen – also z. B. mit einer Schulter ranhalten, mit beiden Händen einfädeln und mit dem rechten Fuß reinkloppen. Geht alles.

Ich liebe diese Aha-Momente wenn man minutenlang über einem Bauschritt brütet, beinahe schon der festen Überzeugung ist dass irgendein Teil fehlt, falsch gebohrt oder falsch beschriftet ist, dann schon kurz davor ist den ganzen Sch**ss schreiend in die Ecke zu pfeffern, bis man dann feststellt, dass das Problem mal wieder vor der Anleitung gesessen hat. Aber wenigstens hat man sich selbst ertappt.

Übrigens diente die ganze Aktion hauptsächlich dem Zweck, dieses wunderbare Bild in Szene zu setzen:

So was macht meine liebe und kreative Freundin Elsbe beruflich und auch noch in ihrer Freizeit. Und da sie mir wohl gesonnen ist und großes Mitgefühl für meine Abneigung gegen weiße Wände hegt, wird sie mir auch noch ein paar farblich und stilistisch passende Wandtattoos kredenzen.

Man muss nur die richtigen Leute kennen.

Das Wetter draußen ist so trüb und meine Knochen so zerschunden, dass ich guten Gewissens den Rest des Tages auf dem Sofa verbringen kann. In diesem Sinne – schönen Sonntag noch!