Zum Glück wird einem so was nicht angekündigt, sonst würde man schreiend und vor Angst schlotternd vor solchen Zeiten davonlaufen und so womöglich die besten Chancen im Leben verpassen…
Was Anfang des Jahres noch ein zartes Knösplein war, hat mein Leben mittlerweile völlig infiltriert.
Am vergangenen Donnerstag hab meinen Gesellschaftervertrag unterschrieben und bin nun 20 % des Verlags- und Kommunikationsablegers von einer der größten Ärztevertretungen unseres Landes. Und mit Landes meine ich dann mal nicht Schleswig-Holstein, sondern tatsächlich…hier, dingens…wie heißt es noch…Schland. Darüber hinaus wurde ich zum Head of Alles dieses Unternehmens befördert, ein Job, für den ich weder qualifiziert bin, noch auf den ersten Blick dafür geeignet scheine. Aber ich vertraue auf meine allzeit bewährte Eigenschaft, mit meinen Aufgaben zu wachsen. Außerdem werden sie sich schon was dabei gedacht haben – denn wo Mizzie draufsteht, ist ja nicht nur Mizzie drin sondern auch die Person, die sich draußen in der realen Welt diesen Weg geebnet hat.
Und wo er von jetzt an hinführt…wer weiß das schon. Meine Karten wurden neu gemischt.
Wahrscheinlich gibt es überhaupt keine aufregendere Zeit als jetzt, um eine Stelle in einer der Schalt- und Waltzentralen des Gesundheitswesens einzunehmen. Es reicht ein Blick in die Presse dieser Tage und jeder, der halbwegs im Thema ist, merkt… Die Bataillone formieren sich! So blumig drückt es immer der Marketingmensch eines Schwesternunternehmens aus, und was soll ich sagen – er hat Recht! Im Herbst (Bundestagswahl) wird zum Sturm auf die Bastille geblasen und wer is mittendrin – nein – vornewech?
Die Mizzie. Das Kitten. *fauch*
Mit mindestens einem weinenden Auge gebe ich natürlich meine Freiberuflichkeit auf. Allerdings ist das mit der Freiberuflichkeit oftmals auch Augenwischerei – netto kann man nur freier über seine Zeit verfügen, sonst nüscht. Und das aufzugeben ist ein geringer Preis für das, was ich dafür bekomme.
Und als wenn das nicht genügt an Aufregung, hab ich mir jetzt auch noch das mit der Wohnung ans Bein gebunden. Die Lauferei, bis so ein Vertrag zustande kommt, dann renovieren, umziehen, weiter renovieren. Ganz schön viel für eine einzelne Mizzie, aber ich hab’s ja nicht anders gewollt.
Was die Freude etwas trübt: Bei all dem, und das kann ein noch so triumphaler, schöner oder krasser Moment sein, hab ich immer diese kleine Stimme im Ohr die sagt…: „wenn Papa das bloß noch erlebt hätte.“
Aber das Leben schlägt einem eben Schnippchen. In beide Richtungen.
Verfasst von aristokitten 

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