
…frug der Holstenbewohner unlängst per Twitter.
Das erstaunte mich. Wie jetzt?! Ich dachte, es sei gemeinhin bekannt, dass Kinder als Abschlepphilfe sogar noch ungleich wirksamer sind als Hunde!
Also…es gibt ja so Leute…nun gut, Männer, die sich von Freuden/Bekannten einen Hund ausleihen, um diesen im Park auszuführen und mit dieser unvergleichlichen Mischung aus Verwegenheit und Fürsorge, wie sie nur Hundebesitzern zu Eigen ist, Frauen kennen zu lernen.
Anfänger sind das. Profis wussten schon von jeher – ein Kind bei Freunden/Bekannten ausleihen, möglichst noch ein niedliches, hat eine viel höhere Trefferquote.
Also, folgende Methode hat schon unzählige Leihkindspazierenfahrer/-geher zum erfolgreichen Stich gebracht: Man leihe sich also ein Kind, Alter und Geschlecht eigentlich egal, hauptsache pflegeleicht und niedlich. Man suche den nächstbesten Park, Schwimmbad, Spielplatz, etc. auf, möglichst bei gutem a.k.a. Flirtwetter. Man nehme eine attraktive Frau im gebährfähigen Alter ins Zielfernrohr die – ganz wichtig! – natürlich nicht schon ein eigenes Kind dabei hat, weil dieses sie als vorgeschädigt und ungeeignet als Objekt der Eroberung ausweisen würde.
Jetzt geht’s los: Als Mann mit Kind wirkt man per se schon mal unbedrohlich, es ist also viel leichter, mit der jungen Dame ins Gespräch zu kommen. Eine Begegnung ohne automatisierte Erwartungshaltung. Beim Gespräch über dies und das und Gott und die Welt muss man dann nur noch an geeigneter Stelle nonchalant einfließen lassen, dass es sich nicht um das eigene Kind handelt, sondern um Nichte/Neffe, Patenkind, Kind von Freunden, etc., mit dem man einfach gerne Zeit verbringt.
Der Rest ist – im wahrsten Sinne des Wortes – ein Kinderspiel. Treffer versenkt, wetten?
Der innere Monolog, ausgelöst irgendwo zwischen Groß- und Stammhirn der Frau, hört sich ungefähr folgendermaßen an (ab hier ist der Vorgang auch wieder kompatibel mit der Leihhundmethode): „Haaaach…wenn er so toll mit seinem (hier Liebhabobjekt nach Wahl einfügen, z. B. Neffe, Patenkind, Hund etc.) umgeht, dann ist er bestimmt auch ein ganz toller (hier Substantiv je nach emotionaler Ausgangslage einfügen, z. B. Beschützer, Ehemann, Stecher etc.). Der is für mich! Isser nich süß?“
Kommt, das is nun wirklich so alt wie die Welt. Letzten Endes reduziert sich dieses ganze Spielchen doch auf die Erhaltung der Art - Männer müssen also eigentlich nichts weiter tun, als auf subtile und der Neuzeit angepasste Art und Weise Zeugungsfähigkeit und Beschützerqualitäten nachzuweisen. Frauen hingegen müssen Signale bezüglich Fruchtbarkeit und Fürsorge setzen – warum glaubt ihr stehen Männer auf Titten und Arsch? Na klar, weil das Schlüsselreize sind, die rein genetisch auf Fruchtbarkeit hinweisen. Eine Reaktion auf derlei gegenseitige Schlüsselreize führt natürlich heute nicht mehr zwangsläufig dazu, dass die involvierten Homo Sapiens sich gleich vermehren, dennoch: Das sind Informationen, die verarbeitet unser Gehirn von ganz allein, und zwar schon seit tausenden von Jahren.
Aber um mal auf die Eingangsfrage des Holstenbewohners zurückzukommen: Wirkliche Väter, also mit echten Kindern, lösen dieselben Reaktion aus, aber in der Regeln natürlich mit anderem Ergebnis. Oder, anders gesagt, sollten sie oben genannte Methode anwenden wollen, um bei einer Frau zum Stich zu kommen, die nicht die Kindsmutter sind, könnte das im Zweifelsfall auch nach hinten losgehen. Aber sofern da lobenswerterweise auch keine Ambitionen bestehen, sondern es nur um Bestätigung seiner trotz Vaterstatus vorhandenen Attraktivität geht, so kann ich versichern: Eine Frau, die einem Mann mit Kinderwagen nicht zumindest einen zweiten wohlwollenden Blick hinterherwirft, hat kein Herz. Somit ist sie dann das Problem, und nicht ihr.
So, Jungs – Dr. Mizzie hat euch jetzt beigebracht wie ihr Auto fahren müsst, und mit Hilfe welches Lebenwesens ihr im Frühjahr so richtig Spaß haben könnt. Der Rest liegt bei euch.
…warum bin ich eigentlich kein Mann?? Ich wär der größte Stecher der Stadt. Verdammt.
(Fußnote: Diese Angaben sind übrigens ohne Gewähr, die dazugehörige Studie ist noch in Arbeit)
Februar 5, 2009 um 11:27
Was meinst du, was los ist, wenn ich mit Zwillingskinderwagen und zwei Shelties vor einem Geschäft warte? Wenn ich angesprochen werde, interessieren sich jüngere Damen eher für die Hunde, ältere Damen für die Zwillinge.
Ich werde künftig besser auf die Blicke der Damenwelt achten, ist aber gar nicht so einfach mit dem Anhang.
Februar 5, 2009 um 7:37
Stimmt. Allerbestes Beispiel aus jüngster Vergangenheit ist das hier.
Damit hatte er mich. Wenn er mich nicht eh schon seit Jahrzehnten hätte.
Februar 6, 2009 um 12:43
Das nenne ich Kundenbindung, Elsbe.
Februar 16, 2009 um 2:26
[...] Feb 2009 Eigentlich bedarf dieser Artikel keiner weiteren Worte… aber ihr wisst noch, was ich über Männer mit Kindern oder Hunden geschrieben hab, nech? Geparden ist ja mal ne ganz neue Variante. Gut, die langen Haare müssten runter, aber [...]