Mein Atem pfeift immer noch…ich musste bei -4 Grad und in nicht dafür geeigneter Kleidung gerade einen Kilometer über Asphalt joggen. Noch vor dem ersten Kaffee.
But let me start from before the beginning…meine Nichte hat gestern bei mir übernachtet und ich hab sie um 9.00 Uhr heute morgen zur Uni gefahren. Auf dem Weg dorthin sahen wir am Westring, einer der am meisten befahrenen Hauptverkehrsadern durch die Kieler Innenstadt, einen kleinen, schwarzen Hund. Zunächst wollten wir uns totlachen über die Tatsache, dass er oben rum und auch von der Länge her genau so aussah wie unsere Luzie, aber mit nur halb so langen Beinen. Wir hörten auf zu lachen als wir merkten, dass der Kleine scheinz alleine unterwegs war, ohne Halsband und ohne angemessene Aufmerksamkeit für rote Ampeln und fliessenden Verkehr.
Wir sind dann trotzdem erstmal weiter gefahren, ich hab Ni1 an der Uni abgesetzt und bin dann noch mal denselben Weg zurück, weil mir der verlassene Hund keine Ruhe ließ.
Ich muss kurz einfügen, dass ich ja bekanntermaßen leidenschaftlicher Gelegenheitshundebesitzer bin. Und ich hege den Glauben, dass eines schönen Tages, wenn die Zeit reif für einen eigenen Hund ist, „der Richtige“ zu mir kommen wird, ohne dass ich viel dazu beitrage. Nun, und da hatte ich natürlich die stille leise Hoffnung, dass der Tag gekommen wäre.
Ich also zurück zum Westring, und klar, er lief da immer noch rum und brachte mit seinen kleinen Stummelbeinen und dem viel zu langen Körper den Verkehr dort zum Erliegen. Ich so – rechts ran, rausgesprungen, hinterher gelaufen. Und ich war nicht die einzige. Von der anderen Straßenseite kam ein ca. 25-jähriges Mädel rübergehechtet, das dem Guten auch schon seit einer Weile auf den Fersen war. Wir ihm also hinterher, und das Spiel begann.
Auf Pfeifen hat er sich immer mal kurz umgedreht, nur um dann noch einen Zahn zuzulegen, sich hinter Autos zu verstecken und unerwartete Haken zu schlagen. Und schnell waren diese Stummelbeinchen, man mag’s nicht glauben. Mir kam’s vor, als würde er an jeder Ecke kurz anhalten, sich umblicken, in sich hineinkichern und dann noch mal extra Gas geben. Wir wollten schon aufgeben, als wir schließlich an der Ecke Kronshagener Weg auf einen Typen mit einem kleinen Hund stießen. Der könnte sehr hilfreich sein, so dachten wir, borgten uns Typ und Hund aus und siehe da, der Lütte verlangsamte tatsächlich sein Tempo. Dann stieß noch das Frauchen des zweiten Hundes zu uns und wusste zu berichten, dass der schwarze Teufel wohl Henry hieß, eine Spaziergangsbekanntschaft ihres eigenen Hundes.
Das brachte uns aber kein Stück weiter – pfeifend und „Henry!“ rufend verfolgten wird das Viech nun zu viert mindestens weitere 500 m, bis er schließlich nicht mehr zu sehen war. In der Parallelstraße zu der, in der ich wohne, blieb er verschwunden. Wir wollten uns schon aufteilen und in verschiedenen Richtungen weitersuchen, als uns die gerade tourende Postbotin darüber aufklärte, das Henry in einem der Hauseingänge verschwunden sei. Und das sei auch nicht weiter verwunderlich, sie würde ihn nämlich kennen und seine Besitzer würden auch in diesem Haus wohnen.
Nach einer halben Stunde Schnitzeljagd bei Eiseskälte also wird es Monsieur zu langweilig und er kehrt einfach heim ins warme Nest, ohne sich bei uns für die Show zu bedanken. Ja super.
Und ich musste noch gut einen Kilometer zu meinem Auto zurücklaufen. Wenn das mal keine Mittelohrentzündung gibt. Tierliebe ist eine wirklich lästige Eigenschaft.
Januar 29, 2009 um 9:19
*schmunzel muss* Klingt ja abenteuerlich.. erinnert mich aber an Sonntag, da ist mir morgens um 7:45 auf dem Weg nach Goslar kurz hinter Frankfurt auf der linken von 3 Autobahnspuren ein Hund entgegen gekommen.. Herrchen stand hunderte Meter weiter hinter der Leitplanke.. hoffe, dem Kerlchen ist nichts passiert, für Anhalten war es zu spät und Polizei wusste schon Bescheid..
Februar 2, 2009 um 10:29
Undankbares Vieh!