Also…ich erwähne es ja ab und zu mal: Ich muss zur Zeit (wahrscheinlich aber nur noch bis 1.1., tiddeli bom!) aus beruflichen Gründen jeden Tag so bummelig 25 Zeitungen lesen. Die Spannweite geht vom Segeberger Anzeigenblättchen „Basses Blatt“ über alle Lokalzeitungen des Landes Schleswig-Holstein bis hin zur Süddeutschen und der Ärzte Zeitung (ja – glaubt ihr’s? Ärzte haben ihre eigene Tageszeitung, echt wahr!).
Im Zuge dieser Arbeit bin ich auch zum ersten Mal in meinem Leben so richtig mit der Financial Times Deutschland in Berührung gekommen. Ich dachte früher immer, das sei so ein dröges Banker-Medium für Leute, denen die FAZ noch nicht schnarchig genug ist. Weit gefehlt.
Die FTD ist eine frische, moderne Zeitung mit einer sehr eleganten Sprachlichkeit, die zu allen vielfach diskutierten Themen besonders gern Hintergründe aufdeckt, die diesen Namen dann auch verdienen. Sie schaffen es immer wieder, dass selbst das ödeste Wirtschafts- oder Politthema sich liest wie ein Krimi. Außerdem „menscheln“ sie auch gern mal, picken sich z. B. „kleine Leute“ hinter den Schlagzeilen raus und erzählen deren Geschichte. Im Detail steckt häufig – und das macht eine Zeitung besonders sympathisch, finde ich – sehr viel Humor. Was ich persönlich als sehr angenehm empfinde, ist die fast komplette Abwesenheit sämtlicher verkrampfter Boulevardthemen. Ehrlich – wer muss schon eine 20. Variante dessen lesen, was Guy Ritchie’s Freunde über Madonna zu sagen haben? Schnarch.
Politisch durchaus eher konservativ orientiert, lassen die Verantwortlichen es zum Glück nicht mehr so weit raushängen. Im Übrigen sind die Zeichen der Zeit scheinz erkannt worden, denn die Redaktion unterhält auch einen youtube-Kanal und heimst immer wieder Lob ein für die Einhaltung von Webstandards der Onlineausgabe.
Also, ich kann diese Zeitung nur empfehlen. Wenn ich (hoffentlich!) zum Anfang nächsten Jahres die tägliche Presseschau nicht mehr machen muss, werde ich definitiv neben der Kieler Nachrichten (büschn Lokales muss halt auch sein) und der Süddeutschen Zeitung auch diese Zeitung weiter lesen.
Ihr könnt euch das schicke rosa Teil beim Zeitungsmann eures Vertrauens ziehen, das sieht dann auch unheimlich cool aus, wenn man sie im Zug oder in der U-Bahn liest. Man kommt unwahrscheinlich intellektuell rüber, denn mal ehrlich, Welt Kompakt kann und tut doch jeder.
Empfehlenswerter finde ich aber noch die E-Paper-Version, mobiles Wissen sozusagen. Auf der Homepage gibt es dann nämlich auch die wichtigsten Leitartikel und Kommentare als podcast, ein umfangreiches Archiv, ne wap-Funktion und selbstredend sehr unterhaltsame Blogs.
Also. Lesen is gut für euch. Kucken auch – hier z. B. ein paar kleine Spartricks für den nächsten Volksfestbesuch.
Verfasst von aristokitten
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