The evil ü30-Party from hell

Seit ich wieder in Kiel wohne, hab ich mich zweimal in verschiedenen Locations auf eine ü30-Party getraut. Gut, jetzt weiß ich wenigstens was da so passiert. Jedenfalls nichts für mich.

Das primäre Problem ist mal wieder die Musik. Wenn mich stundenlang die falsche Musik beschallt, krieg ich nun mal wirklich schlechte Laune. Dabei liiieeebe ich Discomucke á la Donna Summer, Sister Sledge und Bee Gees, was nun – so möchte man meinen – für so eine Veranstaltung der perfekte Soundtrack wäre. Denn schließlich ist man nur zum Tanzen und Baggern da.

Aber nein. Für diejenigen über 30, die sich tatsächlich nicht entblöden zu zweit dann im Discofox übers Parkett zu schieben, gibt es bösen, bösen Dorfdisko-Pop der Jahrzehntenwende 70/80er Jahre und ein paar Jahre danach. Musikalisch ein dunkles Kapitel, wie ihr wisst. Mir fällt nicht mal mehr ein Beispieltitel ein, weil diese Musik normalerweise auf meinem Radar nicht auftaucht. Gerne gehört in diesem Zusammenhang natürlich auch: Die unselige Neue Deutsche Welle.

Wenn mich an besagtem Abend jemand zum Tanzen aufgefordert hätte (wofür die Wahrscheinlichkeit dank des schleunigst aufgesetzten „Evil Mizzie“-Gesichtes denkbar gering war), wäre ich ihm wohl mit gebleckten Zähnen an die Gurgel gegangen. Denn erstens kann ich keinen Discofox, hab ja nie eine Tanzschule von innen gesehen. Und zweitens hätte ich ja davon ausgehen müssen, dass dieser Mann mir grundsätzlich nichts Gutes will, wenn er mich zu Beginn unserer Begegnung gleich in dieses Moloch hinabzieht.

Auf zweiter besagter ü30-Veranstaltung dann wurde das zweifelsohne düsterste Kapitel der Musikgeschichte abgefeiert: Eurobeat. Für die jung gebliebenen ü30er, die vielleicht in den 90er Jahren auch noch mal eine Dorfdisco von innen gesehen haben. Man mag nicht glauben, wie manche Leute zu 2 Unlimited und Dr. Alban abgehen können. Da schätzt man sich dann schon glücklich, wenn zwischendurch mal Kajagoogoo gespielt wird. Dass man erst so tief sinken muss.

Zu meinem Unglück wird auf solchen Parties die einzige musikalische Mainstream-Phase der 80er, die ich halbwegs interessant finde, komplett ausgeblendet: Die Jahre 86 bis 89! Das ist Musik, die klingt dann für mich nach endlosen Sommern, ersten Knutschereien, das erste Mal in die Disko dürfen (Ströhmann & Brinck, schlimme aber angesagte Institution in Kiel damals), erste Alkoholtests (viel zu bunt und viel zu stark) und diese vermaledeite erste Zigarette, die ich hätte lassen sollen.

Warum fällt mir das heute ein? Weil ich einen einzigen 80er Jahre-Sampler besitze, den ich irgendwie immer dann auflege wenn ich umziehe oder renoviere. Wie gestern geschehen, also, Renovierung. Und da sind sie alle: Blow Monkeys, Wham, Erasure, Living in a box, S’Express, Level 42, Nu Shooz, Joyce Sims, Taylor Dayne und, und, und…. so muss das sein. Da kann ich selbst in einem Ganzkörper-Plastikanzug mit Farbrolle in der Hand und barfuss in meinem eigenen Wohnzimmer das Tanzen nicht lassen. Und keine Chance für Evil Mizzie, denn: Ich lächle.

Also, liebe Celia – find mir eine ü30 mit solcher Musik, und dann geh ich da auch mit dir hin ;-)

Und zur Erinnerung hier mein Lieblingstitel von dieser CD: Er erinnert mich an den ersten verschämten Tanz mit jemandem – damals nannte man es wohl „Schwarm“ – der dann später unvermutet noch eine größere Rolle in meinem Leben spielen sollte…. Take it away, Wax:

3 Antworten zu „The evil ü30-Party from hell“

  1. pro-viel sagt:

    Pinky-Winky….ich mach mich auf die Socken….egal…und wenn ich den ganzen Schppen miete ;-) Ich treib’ die Mucke auf…und dann fordere ich dich formvollendet zum Disco-Fox auf *brüll*….Na, wenn das mit Mr. Helm nix wird :-) , den wir ganz sicher wieder in der hinteren Ecke entdecken….herrlisch! Auf in die Astor-Bar!

  2. pro-viel sagt:

    ach…und du kannst streichen? Warum hast du mir das verschwiegen? Da date ich einen Kerl nach dem anderen, auf der Suche nach nem Maler….tzzzzz….und dabei hab’ ich längst ne Freundin, die 1a-Malern kann….na, auf in den Blaumann und nimm die Scheibe mit – dann lächelst du mal in meinem Dachgeschoss :-)

  3. aristokitten sagt:

    Mach ich gern ;-) Für Pizza und Bier tu ich ja fast alles.

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